Friedhof Plau
Öffnungszeiten:
April bis Oktober 8:00 - 20:00 Uhr
November bis März 8:00 - 16:00 Uhr
Der Plauer Stadtfriedhof ist ein großer Friedpark im Zentrum der Stadt: Grün, naturnah mit hunderten Baumkronen, Wegen und Alleen. Man findet hier Ruhestätten in unterschiedlichsten Gestaltungsformen und zahlreiche Bänke in bunten Farben. Vergangenes und Gegenwärtiges bekommen Raum. Der Plauer Friedhof ist ein lebendiger Ruheort. Er bietet Oasen für Trauernde und Spaziergänger.
Auf dem weiträumigen Gelände des Stadtfriedhofes kann man sich Zeit lassen und irgendwo Platz nehmen, um durchzuatmen, Licht durch die Seele strömen zu lassen und gestärkt weiterzugehen. Hier gibt es auch Lebensraum für zahlreiche Tiere und mancher besucht den Plauer Gottesacker, um den Stimmen der zahlreichen Vögel zu lauschen, die sich in diesem Schutzbezirk niedergelassen haben.
Kontakt:
Büro Friedhofsverwaltung
Bernd Ruchhöft
Friedhof 1
19395 Plau am See
Bürozeiten:
Dienstag 15:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch und Freitag 9:00 - 12:00 Uhr
Auch außerhalb der Bürozeiten sind wir nach vorheriger Absprache gern für Sie da.
Weitere Ansprechpartner:
René Streuber, Friedhofsmitarbeiter
Josefine Hemzal, Friedhofsmitarbeiterin
Richard Friedrich, Friedhofsmitarbeiter
Die Friedhofsmitarbeiter stehen Ihnen bei der Durchführung von Grabbepflanzung, Grababräumungen und anderen besonderen Anliegen mit Rat und Tat zur Seite.
Um Ihre Wünsche und Vorstellungen erfüllen zu können, ist eine gemeinsame Begehung der jeweiligen Grabanlage vor der Durchführung erwünscht.
Fragen zum Plauer Friedhof
von 1. März bis 31. Oktober Bewässerung nach Bedarf maximal 2x wöchentlich
Beinhaltet regelmäßiges Sauberhalten der Grabstätte von 1. März bis Ewigkeitssonntag. Ebenfalls eingeschlossen sind Heckeschneiden und Gießpflege.
Bepflanzung von Wahl- und Urnengräbern mit Pflanzen der Saison im März/April, Juni/Juli und Oktober. Eine Wintereindeckung mit oder ohne Wintergesteck ist ebenfalls möglich.
Neu angelegte Gräber können von den Friedhofsmitarbeitern mit Pflanzen und Gehölzen in Baumschulqualität nach Ihren Wünschen gestaltet und bepflanzt werden lassen.
Nach Ablauf der Ruhezeit kann ein Grab selber abgeräumt oder durch die Friedhofsmitarbeiter abgeräumt werden. Eine Einebnung beinhaltet das Entfernen der Bepflanzung, des Steins und der Einfassung. Ebenfalls das Auffüllen mit Erde und das Einsäen von Rasen.
Grabformen auf dem Plauer Friedhof

Bei einem Wahlgrab kann man die Lage und die Größe des Grabes selbst auswählen. Das Wahlgrab kann ein- oder mehrstellig sein. Es bietet sich somit insbesondere für Personen an, die später neben ihren Angehörigen bestattet werden wollen. Die Form des Grabsteines und die Bepflanzung kann frei gewählt werden. Die Ruhezeit für ein Wahlgrab liegt bei 25 Jahren. Es ist möglich, das Nutzungsrecht für das Wahlgrab nach Ablauf der Ruhezeit zu verlängern. Wahlgräber werden sowohl für Särge als auch für Urnen angeboten.

Ein Rasenwahlgrab kann in einer durch die Friedhofsmitarbeiter gepflegten Rasenfläche gewählt werden. Als Wahlgrab kann es ein- oder mehrstellig sein. Es können je ein Sarg oder 2 Urnen beigesetzt werden. Das Grab ist mit einem max. bis zu 1m hohen Grabmal zu kennzeichnen. Eine Bepflanzung und Einfassung sind nicht zulässig. Für den Grabschmuck sind besondere Regelungen zu beachten. Die Ruhezeit beträgt 25 Jahre, das Nutzungsrecht kann verlängert werden.

Ein Urnengrabplatz misst etwa 1m x 1,2m und liegt in unserem sonnenbeschienenen Urnengrabfeld. Der Grabstein kann bis zu einer vorgegebenen Größe frei gewählt werden. Eine Einfassung und eine in der Größe angemessene Bepflanzung sind möglich. In einem Urnengrab können zwei Urnen beigesetzt werden. Die Ruhezeit beträgt 25 Jahre, das Nutzungsrecht kann verlängert werden.

Die Urnenbeisetzung kann auch in einer dafür angelegten Gemeinschaftsanlage erfolgen. Die Pflege der Anlage wird durch die Friedhofsmitarbeiter ausgeführt. Die Plätze werden der Reihe nach vergeben, ein Partnerplatz kann reserviert werden. Der Name der oder des Verstorbenen ist auf einer Messingplakette an einer Stele angebracht. Für Blumen und Gestecke gibt es eine gestaltete Ablagefläche. Die Ruhezeit beträgt 25 Jahre.

Eine Baumbestattung findet in einer durch die Friedhofsmitarbeiter gepflegten Grünfläche rings um einen erhabenen Baum statt. Die Plätze werden der Reihe nach vergeben und der Name der oder des Verstorbenen ist auf einem einheitlichen, in die Erde eingelassenen Stein zu lesen. In einem Baumgrab werden nur biologisch abbaubare Urnen beigesetzt. In ausgewählten naturnah gestalteten Bereichen des Friedhofes können ebenso Bestattungen in biologisch abbaubaren Urnen erfolgen. Die Kennzeichnung erfolgt ebenso mit einem in den Boden eingelassenen Namensstein. Die Ruhezeit beträgt 25 Jahre.
Friedhofsrundgang Plau

Bis in das Jahr 1800 lag die Hauptbegräbnisstätte für die Bürger der Stadt Plau am See im direkten Umfeld der Marienkirche; außerhalb der Stadt befanden sich weitere kleine Friedhöfe. Die über Jahrhunderte andauernde Nutzung des begrenzten Areals um die Kirche zu Begräbniszwecken warf im 18. Jahrhundert zunehmende Probleme auf, da die Bevölkerung kontinuierlich wuchs. Die Stadt fasste den Entschluss zur Anlage eines neuen Friedhofs. Der neue Begräbnisplatz außerhalb der Stadtmauern, "Vor dem Steintore", wurde am 29. September 1800 geweiht und in Nutzung genommen.
Im Zuge des Wachstums der Stadt Plau erfolgte 1853 die erste Vergrößerung der Friedhofsfläche, der seit 1893 noch verschiedene Erweiterungen folgten. Heute umfasst der Plauer Friedhof eine Fläche von 4,5 ha.

Rechts und links der Hauptallee liegen Felder, die heute nicht mehr belegt sind. Es hält sich hartnäckig die Legende, dass dort früher Pesttote begraben wurden und aus diesem Grund der Boden nicht wieder aufgerissen werden darf.
Tatsächlich wurden aber die Verstorbenen, die nicht mehr in den Familiengräbern an der Kirche beigesetzt werden konnten, auf diesen ersten beiden Flächen des damals neuen Friedhofes bestattet – und sie erhielten "Ewiges Ruherecht".

Seit 2021 können Urnen auf einer neu angelegten Gemeinschaftsanlage beigesetzt werden, die mit Stelen und einem in Kreuzform angelegten Weg gestaltet wurde.

Eduard Daries gründete 1850 eine Kalkbrennerei und später eine Ziegelei am Ufer des Plauer Sees. Die Ziegel waren von sehr guter Qualität und trugen das Markenzeichen „Daries Plau“. Nach dem Tod des Vaters führte Hermann Daries die Geschäfte weiter, bis 1914 die Fabrik niederbrannte. Es erfolgte kein Wiederaufbau der Ziegelei und 1917 verstarb Hermann Daries.
Der bekannte Plauer Bildhauer Wilhelm Wandschneider entwarf 1918 ein eindrucksvolles Grabmal für die Familie Daries, dessen Relief 2016 leider gestohlen wurde.

Victor Wentzel erwarb sich als Gutspächter einige Bedeutung. Er verwaltete in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts das Stadtgut Gaarz, das 4 km südwestlich von Plau lag. Es verfügte damals über 327 ha Weide- und Ackerflächen.

Durch seinen Bestand von etwa 480 Bäumen trägt der Plauer Friedhof den Charakter eines naturnahen Parkfriedhofes. Der größte Teil des Baumbestandes ist weit über 100 Jahre alt und besteht überwiegend aus Linden, Eschen und Ahorn. Zu finden sind aber auch Eichen, Platanen, Birken, Blutbuchen und andere Arten. Betritt man den Friedhof vom Parkplatz aus, trifft man auf eine große Stieleiche, die seit 1939 als Naturdenkmal geführt wird.

Wilhelm Georg Johannes Wandschneider, geboren am 6. Juni 1866 in Plau am See, war Bildhauer und Medailleur. Leben und Werk des Künstlers, der auch international reüssierte, sind in einer Ausstellung im Burgmuseum Plau am See dokumentiert. Viele seiner Plastiken sind in Plau und Mecklenburg zu finden. Auch das Hamburger Rathaus und das Linzer Stadtmuseum warten mit Wandschneider-Figuren auf. Wilhelm Wandschneider wurde zu seinem 60. Geburtstag zum Ehrenbürger der Stadt Plau ernannt. Er starb am 23. September 1942.

Heinrich Friedrich Johann Haukohl wurde am 6. Juni 1841 in Plau am See geboren und avancierte zum Großkaufmann. Als Handelsrichter am Landgericht I und Ältester der Kaufmannschaft von Berlin genoss er großes Ansehen. 1886 ließ sich Haukohl in erstklassiger Lage in Wannsee bei Berlin die „Villa auf der Höh“ mit einem heute bebauten rund 20.000 m² großen Park errichten. 1901 stiftete Heinrich Haukohl zum Gedenken seiner Eltern zwei bronzene Altarleuchte für die Plauer Marienkirche. Verbunden mit einer Grabstiftung erfolgte 1902 die Errichtung eines Erbbegräbnisses auf dem Plauer Friedhof mit einem Grabmal nach dem Entwurf des Plauer Bildhauers Wilhelm Wandschneider. 1906 wurde Haukohl dort beigesetzt.
Die zum Grabmal-Ensemble gehörige lebensgroße Figur wurde im Dezember 2006 gestohlen.

Johann Ernst Heinrich Alban wurde am 7. Februar 1791 in Neubrandenburg geboren und war Chirurg und Augenarzt. Berühmt wurde er allerdings als Pionier des Dampfmaschinenbaus. Er gründete 1840 in Plau eine eigene Fabrik, die 1842 um eine Eisengießerei erweitert wurde. Bis zu 60 Arbeiter bauten hier Dampfkessel und Dampfmaschinen, aber auch Textil- und Landwirtschaftsmaschinen sowie Wasserräder. Geräte des täglichen Bedarfs bis hin zu Treppengeländern und Grabkreuzen ergänzten die Produktpalette. 1845 lief in der Maschinenbauanstalt Ernst Alban der erste Personendampfer ALBAN vom Stapel. Der Seitenraddampfer befuhr die Strecke zwischen Plau und Malchow.
Am 13. Juni 1856 starb Alban als erster Ehrenbürger der Stadt in Plau und sein Grabmal ist das älteste erhaltene Grabmal auf dem Plauer Friedhof. Es wurde in der Alban’schen Eisengießerei gefertigt und 1997 saniert. Das steinerne Grabmal nach einem Entwurf von Wilhelm Wandschneider wurde 1941 gefertigt.

Leberecht Friedrich Wilhelm Wilde wurde am 24. November 1829 in Meyenburg geboren. Er studierte Medizin und wurde 1866 zum ersten Leiter des gerade eröffneten Plauer Stadtkrankenhauses berufen. 1880 errichtete er testamentarisch die „Dr.-Wilde-Stiftung“ mit einem Kapital von 6.000 Mark zur Unterstützung bedürftiger Kranker und mittelloser Medizinstudenten. Wilde wurde 1880 nach Ernst Alban der zweite Ehrenbürger der Stadt Plau, starb dort aber schon ein Jahr später. Seine Freunde und Patienten ließen ihm 1882 am Krankenhaus ein Denkmal errichten, das noch erhalten ist. Das einstige Plauer Stadtkrankenhaus dient seit 1994 als Altenhilfezenrum und trägt seinen Namen: „Dr.-Wilde-Haus“.
Der gusseiserne Zaun, der die Wildesche Grabanlage umgab, wurde 2015/2019 gestohlen.

Das im 20. Jahrhundert als Gruft für die Familie Danckert errichtete Gebäude wurde in den 1970er Jahren erweitert und zur heutigen Friedhofskapelle umgebaut. Hier finden Trauerfeiern und Gottesdienste statt, die von der kleinen stationären Nußbücker-Orgel begleitet werden können.

Der Plauer Friedhof ist letzte Ruhestätte für 66 gefallene deutsche und russische Soldaten sowie Zivilisten, die hier im 2. Weltkrieg getötet wurden.

1924 wurde eine Kapelle für das Ehepaar Zülow auf dem Plauer Friedhof errichtet. Die sterblichen Überreste beider Ehegatten ruhen dort in frei stehenden Bleisärgen. Zwischenzeitlich war die Kapelle fast vollständig eingewachsen und wurde 2017 wieder freigelegt und teilweise saniert.

1853 wurde zur ersten Erweiterung des Plauer Friedhofes ein Totengräberhaus gebaut. Heute fungiert es als Friedhofswärterhäuschen und ist Sitz der Friedhofsverwaltung.