Ehrenamt im Blick

Unsere Kirchengemeinde ist geprägt von vielen helfenden Händen, die uns täglich mit ihrem großen Engagement unterstützen. Doch wer sind eigentlich all die Ehrenamtlichen und was machen sie genau? Dafür gibt es nun die Rubrik „Ehrenamt im Blick“, wo wir all die Menschen, die unser Miteinander lebendig machen, persönlich kennenlernen.

Also werfen wir nun einen Blick hinter die Kulissen – in dieser Ausgabe erzählt uns Claudia Völkert im Interview von sich und ihrem Engagement.

InterviewClaudia Völkert

Tina: Hallo Claudi! Vielen Dank, dass du heute die Zeit gefunden hast, um mit mir zu sprechen! Stell dich doch einmal kurz vor – wer bist du und was machst du, wenn du gerade nicht ehrenamtlich unterwegs bist?

 

Claudi: Hallo, ich bin Claudia Völkert, bin 53 Jahre alt und wohne in Faulenrost. Und wenn ich nicht gerade ehrenamtlich unterwegs bin, kümmere ich mich um meine Eltern und um meine Tante. Und ich mähe noch ganz viel Rasen.

 

Tina: Wer dich kennt, weiß: Wenn irgendwo Hilfe gebraucht wird, bist du sofort dabei. Wie hat dein ehrenamtliches Engagement eigentlich begonnen?

 

Claudi: Im Grunde hat es mit Jette und Carsten Altschwager begonnen. Vorher habe ich mich zwar auch schon in unserer Gemeinde eingebracht, z. B. beim Fußball- oder Kulturverein, aber intensiver wurde es erst, als die beiden in die Gemeinde gekommen sind.

 

Tina: Du engagierst dich ja in ganz unterschiedlichen Bereichen – vom Gemeindeleben bis zur Kinderfreizeit ist alles dabei. Was macht dir dabei besonders Freude?

 

Claudi: Helfen zu können! Oft etwas mit Kindern zu machen und dass ich durch viele Sachen ganz unterschiedliche Menschen kennenlerne und mit ganz unterschiedlichen Leuten was zusammen mache, wie z. B. beim Kochen.

 

Tina: Gibt es denn eine Aufgabe oder ein Projekt, das dir besonders am Herzen liegt?

 

Claudi: Puh, das ist schwierig. Mir liegt alles am Herzen. Natürlich Fußball, aber auch das Kochen. Ich kann das jetzt gar nicht auf Stufen stellen. Kinderfreizeit, Legobautage – das ist mir alles wichtig.

 

Tina: Gab es einen Moment in deinem Ehrenamt, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

 

Claudi: Nein, also einen Moment nicht – eher viele! Es gab so einige, da kann ich gar nicht einen einzigen favorisieren. Wenn z. B. die Kinder beim Fußball verlieren oder wenn sie ein Tor schießen – da kullern bei mir die Tränen. Oder wenn man es schafft, ein trauriges Kind auf der Kinderfreizeit wieder zum Lachen zu bringen. Ich finde es auch schön beim Kochen, dass man danach noch zusammensitzt in Gemeinschaft. Also, ich kann das nicht benennen, will ich auch gar nicht. Es sind alle Momente besonders.

 

Tina: Es ist total schön zu sehen, wie erfüllt du davon erzählst! Aber Ehrenamt kostet ja nun mal auch Zeit und Energie. Was motiviert dich trotzdem immer wieder, „Ja“ zu sagen?

 

Claudi: Ich helfe gerne und es ist ja nicht nur, dass ich etwas gebe, ich bekomme auch etwas zurück. Das ist für mich eine Win-Win-Situation. Und wie gesagt, da entstehen ja manchmal Momente, die würde ich sonst wahrscheinlich nie haben in meinem Leben.

 

Tina: Was hast du denn durch dein Ehrenamt über dich selbst gelernt?

 

Claudi: Oh, das ist eine schwierige Frage. Ich denke, ich habe gelernt, dass ich einiges kann. Angefangen vom Zelt aufbauen bis hin zum Grillen oder Mittagkochen.

 

Tina: Das ist eine wirklich schöne Erkenntnis, die ich auf jeden Fall bestätigen kann. Was war denn die größte Herausforderung, die du im Ehrenamt gemeistert hast?

 

Claudi: Das kann ich gar nicht so wirklich sagen. Manchmal ist es einfach „Augen zu und durch“, so wie z. B. letztes Jahr beim Ehrenamtsdank in Schwinkendorf. Da standen wir in der prallen Sonne und haben gegrillt. Aber wenn solche Situationen fertig sind, dann ist das auch vergessen. Ich habe „Ja“ gesagt, also muss ich da auch durch. Meine Mutter und mein Vater haben mir immer gesagt: „Was man anfängt, macht man auch vernünftig zu Ende.“ Und das habe ich immer im Hinterkopf. Es war zwar anstrengend, aber was jetzt eine große Herausforderung war oder ist, kann ich trotzdem nicht sagen.

 

Tina: Ich bewundere deine Einstellung sehr! Jetzt habe ich noch eine Frage zu unserer Gemeinde: Was bedeutet unsere Kirchengemeinde für dich persönlich?

 

Claudi: Mittlerweile ganz viel, weil ganz viel passiert, also weil ganz viel auf die Beine gestellt wird. Carsten und Jette haben da ja so viel jungen Schwung und Elan mit reingebracht und die sind so weit gefächert, dass ich mich auch als Nicht-Kirchenmitglied da total wohlfühle und ich auch so genommen werde, wie ich bin. Das ist wirklich schön und macht es mir viel einfacher, weil sie total offen sind. Auch, dass ganz viele Situationen einfach nicht bewertet werden, die sind so und dann ist gut. Und alles, was sie auf die Beine stellen, sei es der Mittagstisch oder das Sportfest oder die Kinderfreizeit, finde ich wirklich sehr toll!

 

Tina: Darüber freue ich mich gerade wirklich! Dass du dich in unserer Kirchengemeinde willkommen und wohlfühlst, ist ein schönes Geschenk für uns! Gibt es ein Projekt oder eine Idee, die du dir für unsere Gemeinde noch wünschst?

 

Claudi: Ja, manchmal würde ich mir wünschen, dass wir alte Leute einladen und sie mal über den Krieg erzählen. Bald gibt es da keine mehr bei uns im Dorf. Das würde ich schön finden, wenn sich welche bereit erklären würden, darüber mal was zu berichten. Erzählen, wie sie das erlebt haben. Ich weiß das ja auch nur von meinen Großeltern oder Urgroßeltern. Und bald ist das vorbei, dann ist da niemand mehr, der das noch miterlebt hat. Und ich finde das ganz wichtig, dass das nicht in Vergessenheit gerät, was da gewesen ist.

 

Tina: Das ist eine wirklich schöne und wichtige Idee, die ich auf jeden Fall gern mit dir umsetzen würde! Jetzt mal konträr zur älteren Generation – wenn du auf die Kinderferienfreizeit schaust: Worauf freust du dich dort jedes Jahr am meisten?

 

Claudi: Auf das Essen! Aber auch die Kinderfreizeit ist ja eine Win-Win-Situation für mich. Ich gebe was und kriege ganz viel zurück. Egal, ob du jemandem „Guten Morgen“ sagst und derjenige sagt es zurück, damit fängt es ja schon an, aber ich gebe was und bekomme auf jeden Fall was zurück. Ob das immer positiv ist, sei dahingestellt aber es ist immer ehrliches Feedback.

 

Tina: Das stimmt, manchmal sind es auch einfach die kleinen Dinge. Nun stell dir mal bitte vor, jemand liest dieses Interview und überlegt zum ersten Mal, sich ehrenamtlich zu engagieren. Was würdest du dieser Person mit auf den Weg geben?

 

Claudi: Komm, mach mit! Das ist cool! Du gibst was, du kriegst was.

 

Tina: Zum Schluss habe ich noch ein paar persönliche Fragen an dich: Was bringt dich denn garantiert zum Lachen?

 

Claudi: Der Film „Die Ritter der Kokosnuss“, ansonsten natürlich witzige Situationen und manche Witze bringen mich zum Lachen. Und Kinder!

 

Tina: Was gibt dir Kraft, wenn der Alltag stressig wird?

 

Claudi: Dass ich so sein kann, wie ich bin, wenn ich nach Hause komme. Wenn ich vom Tag einfach platt bin, dann kann und darf ich das auch sein. Und es gibt mir auch Kraft, einfach im Garten zu sitzen.

 

Tina: Nenne mal drei Wörter, die dich beschreiben.

 

Claudi: Lustig, zuverlässig und (manchmal) streng.

 

Tina: Wofür bist du in der Gemeinde bekannt?

 

Claudi: Dass ich die Tochter meiner Mutter bin. Und bestimmt wegen des Kinderfußballs.

 

Tina: Was darf in deinem Kühlschrank niemals fehlen?

 

Claudi: Käse!

 

Tina: Berge oder Meer?

 

Claudi: Meer.

 

Tina: Sommer oder Winter?

 

Claudi: Winter.

 

Tina: Süß oder herzhaft?

 

Claudi: Süß. Ah, nein, beides! Da kann ich mich für keine Seite entscheiden.

 

Tina: Kaffee oder Tee?

 

Claudi: Tee.

 

Tina: Frühaufsteherin oder Nachteule?

 

Claudi: Frühaufsteherin.

 

Tina: Möchtest du sonst noch etwas erzählen?

 

Claudi: Ja, eines möchte ich tatsächlich noch sagen. Nämlich, dass Kirche gar nicht so doof ist, wie viele denken!

 

Tina: Das ist ein schöner letzter Satz! Claudi, vielen Dank für deine Zeit und das tolle Gespräch! Und natürlich auch vielen Dank für dein Engagement in unserer Gemeinde!