Arbeit mit Frauen in den Kirchenkreisen Mecklenburg und PommernAndacht


Januar 2022Gedanken zur Jahreslosung 2022

Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.
(Einheitsübersetzung)

 

Mal ehrlich, wie geht es Ihnen, wenn SIE vor einer Tür stehen an deren Griff ein Schild mit der Aufschrift: Geschlossene Gesellschaft! baumelt?
Man muss draußen vor der Tür bleiben, fühlt sich ausgeschlossen und weiß, dass man nicht willkommen ist.
Nun stellen Sie sich bitte folgende Szene vor: SIE sind auf der anderen Seite, im Festsaal, schauen aus dem Fenster und sehen in die Gesichter auf diesem Bild.
Mal ehrlich, wenn Sie die Wahl hätten, wem würden Sie die Tür öffnen? Mit wem würden Sie sich an einen Tisch setzen?
Lassen Sie sich in Ihrem Nachdenken nicht durch Äußerlichkeiten oder schräges Erscheinen abschrecken, denn irgendwie sind die Dargestellten ja allesamt „bunte Vögel“ – oder?
Die Karte zur Jahreslosung 2022, herausgegeben von den Evangelischen Frauen in Deutschland, provoziert bewusst und will die Gedanken der Betrachterin, des Betrachters zum Kern der Botschaft führen: Alle, die zu mir kommen, werde ich nicht abweisen. So eine andere Übersetzung des Verses aus Johannes 6, 37.
    
Jesus sagt diesen Satz, nachdem er fünftausend Menschen mit fünf Broten und zwei Fischen satt gemacht hat. Ein Wunder ist geschehen! Ein Wunder, das den Magen der Menschen erreicht hat und ihre Seelen. Ein Wunder, das zeigt, was die Begegnung mit dem zu Glauben und Gemeinschaft einladenden Jesus möglich macht, nämlich: dazu zu gehören, mit dabei zu sein, ein Teil vom Ganzen zu sein und Anteil am Leben zu haben.
Jesus selbst lebt uns vor, dass bei Gott jede*r willkommen ist: der Zöllner und die Ehebrecherin, der Blinde und die Andersgläubige, Hungrige und Durstige, Überzeugte und Ungläubige, Kinder und wieder nach Hause findende Söhne ...
Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie zu Jesus kommen oder sich von ihm finden lassen wollen, weil sie spüren, dass von ihm eine besondere Lebenskraft ausgeht.
Gerade im Johannesevangelium lesen wir von Menschen auf der Suche nach gutem, wahrem, ewigem Leben.


Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.
Bestimmt haben Sie mehr als ein Mal erlebt, dass Ihnen jemand die Tür vor der Nase zugeschlagen hat, Sie zurechtgewiesen oder Ihr Anliegen abgewiesen oder Sie von Ihrem Gegenüber wie Luft behandelt  wurden.
Bei Jesus geht es anders zu: Wenn du zu mir kommst, werde ich für dich da sein und mich auf dich einlassen, wie eine offene Tür. Gottessohn, begegnet mir auf Augenhöhe und nicht von oben herab, wie mancher Mitmensch. Diese feste Zusage gibt Jesus allen, die zu ihm kommen. Wir müssen uns also auf den Weg zu ihm machen, den ersten Schritt wagen und Kontakt aufnehmen. Wir sollen aktiv werden und nicht abwarten, bis etwas passiert oder jemand auf uns zukommt. Wenn wir zu Jesus kommen, nimmt er uns mit offenen Armen auf und heißt uns willkommen. Jesus zeigt uns und lebt uns vor, dass bei Gott ausnahmslos alle willkommen sind. Gott will, dass keine und keiner verloren geht. Mit Jesu Leben, Sterben und Auferstehen hat das uns verheißene, kommende Gottesreich bereits hier und jetzt begonnen.
Gott ist da, ist mitten unter uns und lädt durch seinen Sohn Jesus alle ein, zu ihm zu kommen. Den bunten schrägen Vogel mit gesenktem Kopf genauso wie den mit dem gezwirbelten Bart oder die, mit Tränen in den Augen oder mit der kecken Frisur oder den, mit dem gleichgültig leeren Blick oder die, mit dem selbstsicheren Grinsen, oder den, der sich hinter anderen versteckt und nur halb zu sehen ist!
 
Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.
Jede*r kann kommen.
Keinem wird die Tür vor der Nase zugeknallt.
Keine wird fortgeschickt.
Keiner bekommt einen Korb und keine die kalte Schulter gezeigt.
Keiner wird abgewimmelt.
Keine wird vor die Tür gesetzt.
Keiner muss draußen bleiben.
Bei Jesus gibt es kein Zurückdrängen, keinen Pushback – Pushback ist übrigens am 12. Januar zum Unwort des Jahres 2021 gekürt worden!  
Jesus lädt uns ein. Darauf können uns verlassen!

 

Mit dieser hoffnungsfrohen und verheißungsvollen Aussicht der Jahreslosung 2022 wünsche ich Ihnen reichlich offene Türen, auf die Sie getrost und zuversichtlich zugehen.


Ihre Schwester Petra Zulauf
Oberin der Schwesternschaft der Evangelischen Frauenhilfe Potsdam-Stralsund in der UEK e.V.