Andacht

Frühling

Er ist`s
Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist´s!
Dich hab ich vernommen!
Eduard Mörike
Liebe Frauen,
ich grüße Sie frei nach einem Bibelwort aus den Klageliedern (Kl 3, 22-23): Die Güte Gottes ist nicht erschöpft, das Erbarmen ist nicht am Ende; es erneuert sich jeden Morgen ...
Es ist wieder Frühling geworden. Ich habe die ersten Veilchen zwischen welkem Laub entdeckt. Die Amseln singen am Morgen. Ich atme auf und genieße die Sonnenstrahlen. Der Winter war lang und streng und mühevoll. Aber jetzt ist wieder die Zeit, um durchzuatmen und neue Lebendigkeit zu spüren. Die Lebensgeister sind geweckt.
Ich erinnere mich auch an das Frühlingsgedicht von Eduard Mörike, das mich seit Kindertagen begleitet. Es schildert die Ahnung von Frühling, milden Lüften und Düften in poetischen Bildern.
Die zarten Veilchen mit ihrem wundervollen Duft erfreuen mich jedes Jahr besonders. Ich bin dankbar, dass ich sie entdeckt habe. Umgeben von dürrem Laub zeigen sie mir: Gottes Schöpfung erneuert sich wieder.
Aller Krankheit, allem Leid, allem Tod zum Trotz sind Gottes Zuwendung und Güte, Leben und Lebendigkeit stärker als Tod, Kälte und Leid.
Ich spüre tiefe Dankbarkeit für Gottes Güte, für alle Begleitung und Gemeinschaft, für Lachen und Singen, Trost und Umarmung.
In Zeiten, in denen ich rundherum sehr viel Veränderung wahrnehme, bestärkt mich die Gewissheit, dass Gottes Nähe immer da und zugesagt ist. Und Gottes Schöpfung selbst in all ihrem Werden und Verändern zeigt mir, dass zartes, buntes und duftendes - wie ein Veilchen - aus dem Vergangenen werden kann.
Gehen wir mit neuem Mut in dieses Frühjahr. Gottes Güte ist nicht erschöpft. Das Erbarmen ist nicht zu Ende ...
Mit herzlichen Frühlingsgrüßen
Beatrix Kempe