An die Gemeinde

 

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Gemeinde,

 

mit dem 1. Juni beginnt die Sommerzeit in unserer Gemeinde – und mit ihr eine besondere Mischung aus Lebendigkeit und Aufatmen. Die Natur steht in voller Kraft: Felder leuchten, die Bäume tragen dichtes Grün, und am Schaalsee spiegelt sich das lange Licht der Tage im Wasser.

 

Der Sommer erinnert uns daran, dass unser Leben nicht nur aus Arbeit und Sorgen besteht, sondern auch aus Geschenk und Fülle. „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ – dieses Wort aus den Psalmen kann uns begleiten. Gott schenkt Raum zum Leben, zum Durchatmen, zum Neuwerden.

 

Vielleicht nutzen Sie die kommenden Wochen, um sich selbst etwas Gutes zu tun: einen Moment der Stille, ein Gespräch, einen Gottesdienstbesuch, einen Blick über das Wasser. Und vielleicht entdecken Sie dabei auch: Gott ist schon da – mitten im Sommer, mitten im Leben.

 

Viele von uns freuen sich auf die kommenden Wochen der Urlaubs- und Ferienzeit. Vielleicht geht es für einige in die Ferne, vielleicht bleibt man bewusst zuhause.

 

Beides kann gut tun: Abstand vom Alltag gewinnen, neue Eindrücke sammeln oder einfach die Ruhe vor der eigenen Haustür neu entdecken. Urlaub bedeutet ja nicht nur Reisen, sondern auch Unterbrechung – ein anderes Tempo, ein anderer Blick auf das Leben.

 

Auch unsere Gemeinde lebt in diesen Monaten in einem etwas anderen Rhythmus. Manches wird ruhiger, manches verlagert sich nach draußen.

 

Gottesdienste unter freiem Himmel, wie am Johannistag am Schaalsee, erinnern uns daran, dass Glaube nicht an Orte gebunden ist. Gott begleitet uns – ob wir unterwegs oder zuhause bleiben, ob im Trubel der Reise oder in der Stille des Gartens.

 

Gerade die Sommerzeit kann uns neu aufmerksam machen für das, was uns trägt. Vielleicht finden wir im Urlaub nicht nur Erholung für den Körper, sondern auch Ruhe für die Seele. Einen Moment, in dem wir wieder spüren: Ich muss nicht alles festhalten. Ich darf loslassen. Ich darf empfangen.

 

„Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ – dieser Psalmvers passt gut in diese Wochen. Weite kann draußen beginnen – in Landschaften, am Wasser, in der Natur. Aber sie kann auch innen wachsen: im Herzen, im Vertrauen, im Glauben.

 

Wir wünschen Ihnen und Euch eine behütete Sommer- und Urlaubszeit – mit guten Begegnungen, erholsamen Tagen und vielen kleinen Momenten, die Kraft schenken. Und ich wünsche uns allen, dass wir auch in dieser Zeit Gottes Nähe neu entdecken – ganz gleich, wo wir gerade sind.

 

Ihr Kirchengemeinderat


Jahreslosung: Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu! (Offenbarung 21,5)

 

 

Juni: Denkt an die Gefangenen, als wäret ihr mitgefangen; denkt an die Misshandelten, denn auch ihr lebt noch in eurem irdischen Leib!
Hebr 13,3 (E)

 

Juli: Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.
Am 5,24 (L)

 

August: Jesus Christus spricht: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.
Joh 10,10 (E)

Themengottesdienst

Mit dem Sommer kommt oft auch die Sehnsucht nach Leichtigkeit, neuen Gedanken und guten Impulsen.

 

Deshalb möchten wir Sie in diesem Jahr herzlich zu besonderen Themengottesdiensten in der Sommerzeit einladen – Gottesdienste, bei denen Sie mitbestimmen können.

 

Welche Fragen bewegen Sie? Worüber würden Sie gerne einmal eine Predigt hören? Vielleicht über das Thema „gesegnet sein und Segen sein“, über „Vergebung“, „Gottvertrauen“ oder über einen ganz anderen Gedanken oder einen bestimmten Bibeltext, der Ihnen am Herzen liegt.

 

Wir freuen uns auf Ihre Ideen und Themenwünsche! Gerne können Sie uns diese bis zum 28. Juni per Post, per E-Mail oder auf einem Zettel nach dem Gottesdienst zukommen lassen. Dann dürfen Sie gespannt sein, welche Themen wir gemeinsam aufgreifen werden – in den Gottesdiensten am 26. Juli, 2. August, 9. August und 16. August.

 

Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und auf eine inspirierende Sommerzeit mit Ihnen!

 

Ihre Pastorin Friederike Baur

Johannistag – Zwischen Feuer, Wasser und Glauben

Der Johannistag am 24. Juni liegt nahe an der Sommersonnenwende, von der an die Tage wieder kürzer werden. Er gehört zu den ältesten und zugleich stimmungsvollsten Festtagen des Kirchenjahres. Gefeiert wird die Geburt von Johannes dem Täufer – jenes Mannes, der die Menschen aufrief, ihr Leben neu auszurichten und sich auf das Kommen Jesu vorzubereiten.

 

Seit Jahrhunderten ist dieser Tag aber auch mit lebendigen Bräuchen verbunden. Schon früher versammelten sich Menschen in der Johannisnacht an besonderen Orten in der Natur: an Hügeln, auf Wiesen – und vor allem am Wasser. Man entzündete Johannisfeuer, sang Lieder, blieb bis in die Dämmerung beisammen. Das Feuer stand für das Licht, das Johannes verkündete. Das Wasser erinnerte an die Taufe im Jordan – an den Neuanfang, zu dem er die Menschen rief.

 

Auch Kräuter spielten eine Rolle: Sie wurden an diesem Tag gesammelt und galten als besonders heilsam. Man vertraute darauf, dass in dieser hellsten Zeit des Jahres Gottes Segen auf besondere Weise spürbar sei – in der Natur und im eigenen Leben.

 

Diese alten Traditionen greifen wir auf unsere Weise bis heute auf. Wenn wir uns am Johannistag um 19.00 Uhr am Badestrand des Schaalsees versammeln, knüpfen wir bewusst an diese Verbindung von Glaube und Natur an. Wasser und Weite, Licht und Abendstimmung – all das umgibt unseren Gottesdienst und lässt etwas von der ursprünglichen Kraft dieses Tages erahnen.

 

Gerade am Schaalsee wird das spürbar: Der Blick über das ruhige Wasser, das warme Licht eines langen Sommertages, das langsame Übergehen in den Abend. Hier fällt es leichter, still zu werden, aufzuhorchen und sich neu auszurichten – so, wie Johannes es einst gefordert hat.

 

„Bereitet dem Herrn den Weg“ – dieser Ruf gilt auch heute noch. Vielleicht hören wir ihn gerade draußen, fern vom Alltag, ein wenig deutlicher. Vielleicht entdecken wir in der Schönheit der Schöpfung neu, was uns trägt und wohin unser Leben ausgerichtet sein soll.

 

So laden wir herzlich ein zum Johannisgottesdienst am 24. Juni um 19.00 Uhr am Badestrand des Schaalsees. Kommen Sie gern dazu, bringen Sie Familie und Freunde mit – und erleben Sie einen Sommerabend, der alte Traditionen und lebendigen Glauben miteinander verbindet.

Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt

 

Liebe Gemeinde,

vor uns liegt eine herausfordernde Zeit! Der Glaube ist für viele Menschen im Alltag weniger präsent als früher. Wenn die Kirche aus dem alltäglichen Leben verdrängt wird, wer hört dann noch zu? Welche Angebote bleiben? Wer übernimmt das breite Engagement der kirchlichen Institutionen im Bereich der Altenpflege, der Krankenhäuser und der Einrichtungen für körperlich und geistig beeinträchtigte Menschen? Wie stark der gesamtgesellschaftliche Zusammenhalt durch die Kirche geprägt ist, ist vielen Menschen heute gar nicht mehr bewusst. Ein Grund dafür ist, dass zunehmend Jene Gehör finden, die laut sind und sich brüsk aufführen.

 

Leider hat auch Kirche dazu beigetragen, dass uns Menschen verlassen. Zurecht gibt es Einiges zu kritisieren. Denken wir an sexualisierte Gewalt, die sich auch innerhalb des Schutzraumes Kirche verheerend auf Menschen ausgewirkt hat. Es passiert viel zum Schutz von Menschen, aber man sieht davon zu wenig im öffentlichen Raum. Es wird aufgearbeitet und Betroffenen soll eine Stimme gegeben werden. Zu langsam - meinen Einige - und auchdiese Kritik hat ihre Berechtigung. Unsere Kirchengemeinde hat sich ein wirksames Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt gegeben. Wir haben uns Standards gesetzt, die diesen Taten wirksam vorzubeugen. Auch wenn uns glücklicherweise in unserer Gemeinde keine Fälle bekannt sind, ist es dennoch wichtig, das Vertrauen der Menschen in den Schutzraum Kirche wiederherzustellen und für eine gute Prävention Sorge zu tragen. Betroffene haben jedes Recht dazu, dass man ihre Stimme hört! Der Kirchengemeinderat bittet Sie alle darum, Vertrauen neu zu wagen.

Gerne informieren wir jeden, der Bedenken mit sich trägt, wie wir unsere Kleinsten und auch die Großen schützen. Null Toleranz gegenüber sexualisierter Gewalt und Transparenz sind der Leitfaden. Unser Schutzkonzept wird auch im Jahr 2025 fortentwickelt.

 

Kirchliche Ansprechstellen sind u.a.:

  • der/die Meldebeauftragte in der Fachstelle Prävention der Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern (St. Marien-Kirchhof 3, 23966 Wismar, Tel.: 01743267628, praevention@kirche-mv.de)
  • die fach- und dienstaufsichtführenden Institutionen (Ev. Kinder- und Jugendwerk-Propstei Parchim, 03871/6069841, Propst-Parchim 03871/212336)
  • die Unabhängige Ansprechstelle der Nordkirche (UNA) 0800/0220099, una@wendepunkt-ev.de, www.wendepunkt-ev.de

Der Kirchengemeinderat