Geschichte

Nur wenige mittelalterliche Hospitäler sind in Norddeutschland so vollständig erhalten wie das Heiligen Geist Hospital in Wismar.
Zunächst als Armen- und Krankenhaus um 1250 gegründet, wurde bald darauf ein Kirchhof angeschlossen und mit der Genehmigung zur Abhaltung eines eigenen Gottesdienstes ein erster frühgotischer Kirchenbau errichtet.
Anfang des 14 Jhs. wurde der heutige Kirchenbau gebaut und 1326 der Hauptaltar geweiht. Ungefähr 50 Jahre später kam bereits die Kapelle an der östlichen Nordwand der Kirche dazu, sie war zunächst zum Chor hin geöffnet.
Das lange Haus, ursprünglich „Siechenhaus“ wurde 1411 an der westlichen Nordwand erbaut.
Im Mittelalter war der Kirchenraum zugleich Gotteshaus, Klinik und Herberge für Pilger, Reisende und Obdachlose.
Erst in der zweiten Hälfte des 16. Jh. wurde das Wohnen in der Kirche aufgegeben und im „Siechenhaus“ entstanden kleine Wohnungen. Im 17. Jh. erhielt die Kirche nach einer barocken Instandsetzung ihre heutige Gestalt. Nach 1945 wurde zahlreiches Kunstgut aus den beschädigten Wismarer Kirchen hierhergebracht.

Öffnungszeiten

April bis Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr

November bis März täglich von 10 bis 16 Uhr

Grundriss und Ausstattung

1. Hauptaltar, im 17. Jh. barock umgestaltet. Szenen aus dem Leben Jesu.

2. „Martin-Georg-Altar“, kam 1945 aus der zerstörten St. Georgen Kirche. Spätgotisch, zwei Seitenflügel, in der Mitte Maria mit Kind, flankiert von St. Martin und St. Georg.

3. Gotisches Glasfenster, 14 Jh., aus der Wismarer Marienkirche. Dargestellt sind Heilige und Szenen aus dem Leben Jesu.

4. Dreikönigsgruppe, erste Hälfte 15. Jh. aus St. Georgen.

5. Portal zum Langen Haus. Zwei Kraniche als kluge Wächter sind aufgemalt.

6. Zwei Prozessionsleuchter, 18. Jh. im Kirchenraum.

7. Barock bemalte Holzbretterdecke, nach der Pulverturmexplosion zu Beginn des 18. Jhs eingebaut. Bibelillustrationen von Matthäus Merian d. Älteren bildeten die Vorlagen der Ausmalung.

8. Kanzel aus der Renaissancezeit mit alttestamentlichen Darstellungen und Evangelisten.

9. Mittelalterliches Fresko „Deo Gracias“ (Anf. 14. Jh.)

Der Heiligen Geist Hof (Eingang Neustadt) lädt zum Verweilen ein. In der warmen Jahreszeit plätschert ein historischer Brunnen. Neben der Kirche und dem Langhaus wird der Hof von Backsteingebäuden aus dem späten 19. Jh. umschlossen, einem Wohnhaus der Diakonie und einer ehemaligen Mädchenvolksschule.