Kulturelles Gedächtnis Pommersches Wörterbuch nach 100 Jahren vollendet
23.09.2026 · Greifswald. Ein neues Dialektwörterbuch der Universität Greifswald will das kulturelle Gedächtnis Pommerns bewahren. Nach 100 Jahren ist die Wortsammlung abgeschlossen.
Von brägenklüterig über Döns und Schnack bis zu Schummertiet: Rund 100 Jahre nach seiner Gründung ist das Pommersche Wörterbuch jetzt vollständig erschienen. Das zweibändige Werk mit rund 65.000 Wortartikeln und 53 Karten dokumentiert den plattdeutschen Wortschatz Pommerns, wie die Universität Greifswald am Mittwoch mitteilte. Es erfasst und erklärt den dialektalen Wortschatz der ehemaligen preußischen Provinz Pommern. Damit werde einer der letzten weißen Flecken auf der Landkarte der Dialektwörterbücher im deutschen Sprachraum geschlossen.
„Das Pommersche Wörterbuch gibt nicht nur Aufschluss über den Wortschatz der pommerschen Mundarten“, sagte Matthias Vollmer, Leiter der Arbeitsstelle Pommersches Wörterbuch. Es eröffne auch einen Zugang zur regionalen Kulturgeschichte und zu den Lebenswelten der Menschen, die diese Mundarten gesprochen haben oder noch sprechen. Damit werde ein wichtiger Beitrag dazu geleistet, das kulturelle Gedächtnis Pommerns zu bewahren.
Projektstart 1925
Das Projekt begann bereits 1925 an der Universität Greifswald, die gesammelten Daten seien 1945 dem Krieg zum Opfer gefallen, hieß es. 1947 sei die Arbeit wieder aufgenommen worden, durch direkte Befragungen und die Auswertung umfangreicher Fragelisten sei das Belegmaterial kontinuierlich angewachsen. Das Projekt wurde 1969 aus politischen Gründen eingestellt, nach der Wiedervereinigung ging es 1992 weiter.
Der erste Band (A-K) sei 2007 erschienen, herausgegeben von Renate Herrmann-Winter und Matthias Vollmer. Nun ist auch der zweite Band vollständig publiziert. Die letzte Lieferung umfasste die Buchstabenstrecke von vullstoppen bis Zyklopenmur.
Quelle: epd