Landessynode beschließt Eckpunktepapier Nordkirche reduziert bischöfliche Ämter

24.09.2026 · Lübeck-Travemünde. Die Nordkirche hat eine Neuordnung der bischöflichen Ämter auf den Weg gebracht - aus vier sollen dabei drei werden. 2027 wird das faktisch bereits der Fall sein, da Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt in den vorzeitigen Ruhestand geht.

Die Nordkirche wird ihre Leitungsebene neu organisieren. Zu Beginn ihrer Septembertagung hat die Landessynode am Donnerstag mit großer Mehrheit ein entsprechendes Eckpunktepapier beschlossen. Die größte Veränderung betrifft die Anzahl und Ausrichtung der bischöflichen Ämter. Aus bisher vier sollen künftig drei Positionen werden.

 

Im neuen Modell werde das landesbischöfliche Amt wegfallen. Drei bischöfliche Personen auf Augenhöhe sollen die geistliche Leitung der Nordkirche übernehmen. Gleichordnung statt Hierarchie sei das Motto, erklärte der Leiter der Projektgruppe, Dirk Ahrens, bei der Einbringung. „Aufgaben, Zuständigkeiten und Entscheidungswege müssen dafür verbindlich festgelegt werden.“ Das betreffe etwa gesamtkirchliche Themen wie Frieden, Klima oder Bildung, die dann dauerhaft unter den drei Personen aufgeteilt werden sollen.

 

Regionale Anbindung sichern

 

Die Neukonzeption sieht vor, dass die bestehenden Sprengel - Schleswig und Holstein, Hamburg und Lübeck sowie Mecklenburg und Pommern - erhalten bleiben. Diesen werden die bischöflichen Ämter weiterhin zugeordnet sein. Das soll den Kontakt in das Bundesland hinein und die regionale Bindung an die Gemeinden sichern. Kirsten Fehrs, Bischöfin der Nordkirche im Sprengel Hamburg und Lübeck, betonte, wie wichtig die innerkirchliche „Scharnierfunktion“ des Amtes sei. „Sie sind das Bindeglied zwischen den Kirchenkreisen und der Nordkirche.“

 

Im neuen Modell bestehe der Bischofsrat dann aus drei gleichgeordneten Personen. Der Vorsitz soll in Form einer Sprecherrolle rotieren. Um dennoch ausreichend Raum für die geistliche und theologische Leitung zu schaffen, sei denkbar, den Vorsitz der Kirchenleitung zwar bei einer bischöflichen Person zu belassen, die administrative Geschäftsführung aber neu zu ordnen.

 

Modell weiterentwickeln

 

„Wir sprechen hier über unser Verständnis von Leitung“, sagte Arne Gattermann bei der Einbringung des Eckpunktepapiers. Die gemeinsame Leitung in einem Dreier-Team entspreche lutherisch-theologischen Prinzipien, verdeutliche die historische und kulturelle Pluralität der Nordkirche und beuge einer Machtkonzentration sowie einem Personenkult vor.

 

Das beschlossene Eckpunktepapier ist eine Richtungsentscheidung. Auf dieser Grundlage bittet die Landessynode jetzt die Kirchenleitung, die Neugestaltungsmöglichkeiten genau zu prüfen, detailliert auszuarbeiten und der Landesynode dann einen Gesetzentwurf vorzulegen.

 

Hintergrund für die Neuordnung seien unter anderem die sinkenden Mitgliederzahlen. Im Gründungsjahr 2012 waren rund 2,25 Millionen Menschen Mitglieder der Nordkirche, zum Jahresende 2025 waren es nur noch rund 1,58 Millionen. Daraus resultieren geringere Kirchensteuereinnahmen und ein Sparkurs.

 

Ab 2027 ohne Landesbischöfin

 

Fest steht bereits, dass die Nordkirche ab dem 1. Oktober 2027 ohne Landesbischöfin sein wird. Zu Beginn der Tagung bekräftigte Amtsinhaberin Kristina Kühnbaum-Schmidt noch einmal ihre Entscheidung, zu diesem Datum in den vorzeitigen Ruhestand zu gehen. Im Anschluss verließ sie die Tagung, um ihren Geburtstag zu feiern.

 

Für den Übergang sei keine Neubesetzung des landesbischöflichen Amtes geplant, erklärte Arne Gattermann auf Nachfrage der Synode. Es sei bereits mit den drei verbleibenden bischöflichen Personen über eine mögliche Aufgabenverteilung gesprochen worden.

 

Auch für diese Entscheidung gibt es einen Hintergrund: Im Jahr 2029 endet die Amtszeit von Tilman Jeremias, Bischof der Nordkirche im Sprengel Mecklenburg und Pommern, regulär. Zudem werde Bischöfin Fehrs im Jahr 2029 regulär in den Ruhestand gehen. Lediglich die Amtszeit von Nora Steen, Bischöfin der Nordkirche im Sprengel Schleswig und Holstein, geht regulär über das Jahr 2029, nämlich bis 2033, hinaus.

Quelle: epd