Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern feiert Landeserntedankfest in Grabow
05.10.2026 · Grabow/Schwerin. Mecklenburg-Vorpommern hat am Wochenende in Grabow (Landkreis Ludwigslust-Parchim) das 35. Landeserntedankfest gefeiert. Regionale Anbieter präsentierten sich auf dem Markt in der Innenstadt, dazu gab es Musik, plattdeutsche Kultur, Erntewagen und Erntekronen. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Landwirtschaftsminister Till Backhaus (beide SPD) betonten die Bedeutung der Landwirtschaft für das Land und seine Einwohnerinnen und Einwohner.
„Die Landwirtschaft ist hierzulande eine wichtige Arbeitgeberin. Unsere Landwirtschaft ist eine der modernsten und leistungsfähigsten in Europa. Darauf können wir stolz sein“, sagte Schwesig, wie die Staatskanzlei MV mitteilte. Die Ministerpräsidentin dankte allen in der Land- und Ernährungswirtschaft tätigen Menschen.
Die Landesregierung stehe weiter an der Seite der Landwirtschaft und denke die ländlichen Räume bei Entscheidungen immer mit, erklärte Schwesig. „Wir haben uns beim Bund vehement dafür eingesetzt, dass der steuerlich begünstigte Agrardiesel wieder eingeführt wird. Auf EU-Ebene machen wir uns gemeinsam bei der Planung des Mehrjährigen Finanzrahmens der Europäischen Union stark.“
Lebensmittel, Arbeit und Einkommen
Backhaus sagte laut Mitteilung seines Ministeriums: „Was auf unseren Feldern und in unseren Ställen beginnt, schafft weit darüber hinaus Wertschöpfung: in Molkereien und Schlachtereien, in Mühlen und Bäckereien, im Lebensmittelhandwerk und in vielen weiteren Unternehmen.“ Die Kette beginne bei den Landwirtinnen und Landwirten. „Sie versorgt uns mit Lebensmitteln, schafft Arbeit und Einkommen und gibt unseren ländlichen Räumen wirtschaftliche Kraft.“
Schwesig nahm die Landeserntekrone entgegen, die traditionell von den Landfrauen überreicht wurde. Sie gratulierte zum 35-jährigen Bestehen von Landesbauernverband und Landfrauen. „Landwirtschaft und ihre Organisationen gehören zu Mecklenburg-Vorpommern, nicht zuletzt, weil die Landwirtschaft und die ländlichen Räume in Mecklenburg-Vorpommern eine so wichtige Rolle spielen“, erklärte Schwesig. Herausforderungen müsse man gemeinsam anpacken. „Das machen wir im Gespräch mit den Bauern und ihren Organisationen, wie bisher und mit den Menschen vor Ort, in den ländlichen Regionen, die Mecklenburg-Vorpommern ausmachen.“
Ernte 2026 zeigt differenziertes Bild
Die Ernte 2026 zeigt laut Landwirtschaftsministerium ein differenziertes Bild. Beim Winterweizen würden rund 84,5 Dezitonnen je Hektar erreicht, bei der Wintergerste knapp 89 Dezitonnen. Beim Raps falle die Bilanz mit knapp 29 Dezitonnen je Hektar deutlich schwächer aus.
Doch Ertrag und wirtschaftlicher Erfolg seien nicht dasselbe. Hohe Kosten für Dünger, Energie, Maschinen und Reparaturen träfen auf teilweise niedrige Erzeugerpreise.
„Entscheidend ist, was am Ende auf dem Betrieb übrig bleibt“, sagte Backhaus. Es brauche Betriebe, die investieren, junge Menschen ausbilden und eine Zukunft haben. „Dafür brauchen sie verlässliche Rahmenbedingungen, weniger unnötige Bürokratie und ausreichend unternehmerischen Spielraum.“
Im Rahmen des Landeserntedankfests fand am Sonnabendabend ein Ernteball statt. Der Sonntag begann mit einem Erntedankgottesdienst. Zur frühen Mittagszeit startete der Festumzug durch die Grabower Altstadt.
Quelle: epd