Kirchengemeinden laden zu traditionellen Hubertusmessen ein Jagdhornklänge, Tannengrün und Wildgulasch in Mecklenburg und Pommern
Foto: PEK/S. Kühl
23.10.2026 · Rostock/Greifswald. Vielerorts im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis und im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg laden Kirchengemeinden anlässlich des Hubertustags auch in diesem Jahr wieder zu Gottesdiensten und Festen ein.
Der Hubertustag wird am 3. November gefeiert und fällt in diesem Jahr auf einen Dienstag. Manche Kirchengemeinden feiern den Hubertustag bereits im Oktober, andere im Lauf des Novembers. Die Landeshubertusmesse wird in diesem Jahr in Neubrandenburg gefeiert, sie findet am 8. November um 10 Uhr in der St. Johanniskirche statt und wird musikalisch durch Jagdhornbläsergruppen aus der Region gestaltet.
Einige Beispiele für langjährige Tradition
Am Montag, 2. November, wird eine Hubertusmesse in der Kirche St. Marien Greifswald gefeiert, wo dies bereits seit mehr als zehn Jahren Tradition ist. Der musikalisch geprägte Gottesdienst beginnt um 18 Uhr und wird von den Usedomer und Greifswalder Jagdhornbläsern sowie von Kantorin Silvia Treuer an der Mehmel-Orgel begleitet. Anschließend lädt der Förderverein der Kirche zu Glühwein, Apfelpunsch und Schmalzstullen ein. Der Eintritt ist frei. Es wird um Spenden für den Erhalt der Marienkirche gebeten, in die voraussichtlich im kommenden Jahr zur Landeshubertusmesse eingeladen wird. Zur Hubertusmesse des Kreisjagdverbandes Rostock in Zusammenarbeit mit der Münstergemeinde Bad Doberan wird am Sonntag, 1. November, um 14 Uhr in das Doberaner Münster eingeladen. Die musikalische Gestaltung liegt in den Händen regionaler Jagdhornbläsergruppen. Die Kirchengemeinde Gnevsdorf-Karbow lädt am Sonntag, 8. November, um 10.30 Uhr zur Hubertusmesse in die Kirche Gnevsdorf ein. „Musikalisch begleitet die Jagdhorngruppe Waidmannsheil die Feier“, so Pastor Riccardo Freiheit. „Anschließend gibt es noch Häppchen als Imbiss.“
Tausende Veranstaltungen im ganzen Land
Zahlreiche weitere Veranstaltungen zum Hubertustag (Suchwort: „Hubertus“) und viele andere Termine sind hier zu finden: www.kirche-mv.de/veranstaltungen
Der Veranstaltungskalender auf dem gemeinsamen Internetportal der Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern bietet eine Übersicht über die Vielzahl der kirchlichen Angebote im ganzen Land. Aktuell sind dort nahezu 3.000 Veranstaltungen gelistet, dazu zählen neben annähernd 1.500 Gottesdiensten rund 400 Konzerte, zahlreiche Kultur- und Bildungsangebote sowie mehr als 200 Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche.
Schmuck aus Tannengrün
Hubertus von Lüttich (um 655 - 727) zählt zu den Heiligen der katholischen Kirche. Aufgrund seiner traditionellen Bedeutung als Schutzpatron der Jagd und des damit verbundenen Brauchtums wird der Hubertustag auch verbreitet in der evangelischen Kirche gefeiert - vor allem im ländlichen Raum. Für die aus diesem Anlass stattfindenden Hubertusmessen werden die Kirchen mit Tannengrün, herbstbunten Laubzweigen und Geweihen geschmückt. Oft gestalten Jagdhornchöre den Gottesdienst musikalisch mit, zuweilen nehmen Falkner und Hundeführer mit ihren Tieren teil. Im Anschluss an die Gottesdienste finden häufig Feste statt.
Sinneswandel auf der Jagd
Hubertus von Lüttich war nach der Überlieferung Bischof von Lüttich und Maastricht. Wie im Mittelalter üblich, zählte Hubertus als Mitglied des Adels die höfische Jagd zu seinen Privilegien. Seine Heiligenlegende hat mehrere Ursprünge und Variationen. Sie schildert, dass Hubertus ein besonders leidenschaftlicher Jäger war und es ihm an Achtung vor der Schöpfung fehlte, bis ihn die Begegnung mit einem Hirsch, der ein leuchtendes Kruzifix zwischen den Geweihstangen trug, zu einem Sinneswandel bewog. In manchen Versionen der Legende wandelt er sich vom rücksichtslosen zum waidgerechten und maßvollen Jäger. In anderen Varianten wendet er sich gänzlich von der Jagd ab. Die Geschichten rund um den Heiligen Hubertus symbolisieren den Übergang von der antiken heidnischen zur christlichen Gesellschaft. Sie stehen zudem bis heute für die Mahnung zu einem achtsamen und dankbaren Umgang mit der Schöpfung und mit dem Reichtum der Natur.
Kesselgulasch und Lagerfeuer
In den Hubertusmessen wird Gottes Segen für die Jägerinnen und Jäger erbeten und an die waidgerechte und nachhaltige Jagd sowie an die Verpflichtung zur Hege und Pflege erinnert und daran, dass Tiere Mitgeschöpfe des Menschen sind. Der 3. November ist Hubertus Gedenktag, da an diesem Tag im Jahr 743 sterbliche Überreste von Hubertus seitens der katholischen Kirche zur Reliquie erhoben wurden. Im Zusammenhang mit der Hubertuslegende und seinem Status als Schutzheiliger der Jagd steht das Brauchtum, das heutzutage am Hubertustag gepflegt wird. Dazu zählen neben den eindrucksvollen Auftritten der Jagdhornbläser und den besonders geschmückten Kirchen auch die anschließenden Feste, bei denen sich Jägerinnen und Jäger, Gemeindeglieder und Gäste am Lagerfeuer, am Wildgulaschkessel, bei Glühwein oder am Grill begegnen und austauschen.
Die Teilnahme an den Hubertustag-Veranstaltungen der Kirchengemeinden in beiden Kirchenkreisen ist kostenfrei. Nähere Auskünfte zu den hier beispielhaft aufgeführten und zu weiteren Veranstaltungen rund um die Hubertusmessen im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis und im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg erteilen die Kirchengemeinden vor Ort (Suche auch über www.kirche-mv.de bzw. www.kirche-mv.de/veranstaltungen)
Quelle: PEK/ELKM (sk/cme)