Pflegeneuordnungsgesetz Diakonie MV fordert besseren Schutz vor Altersarmut

19.10.2026 · Schwerin. Die Diakonie Mecklenburg-Vorpommern fordert Nachbesserungen am Gesetzentwurf für das Pflegeneuordnungsgesetz und einen besseren Schutz vor Altersarmut. Die neue Landesregierung müsse sich auf Bundesebene dafür einsetzen, fordert das Diakonische Werk MV.

„Pflegebedürftigkeit wird immer stärker zum Armutsrisiko von Menschen im Alter“, sagte Henrike Regenstein, Vorstand des Diakonischen Werks MV. Armut bedeute viel mehr als das Fehlen von Geld. „Armut schränkt die Teilhabe älterer Menschen ein, sie führt zu Einsamkeit und Krankheit.“

 

Die Diakonie mahnte, in MV gälten mehr als 21 Prozent der über 65-Jährigen als armutsgefährdet. Die durchschnittliche Monatsrente liege bei 1.120 Euro und sei damit bundesweit am niedrigsten. Zugleich seien Kosten für Miete, Mobilität und Lebenshaltung in den zurückliegenden Jahren überproportional gestiegen. Zunehmend mehr Menschen im Rentenalter würden Grundsicherung beziehen.

 

Weitere Verschärfung der Lage droht

 

Steigende Eigenanteile in Pflegeeinrichtungen und geplante Kürzungen in der ambulanten Pflege drohten die Lage weiter zu verschärfen, erklärte die Diakonie. Die Zahl der Menschen, die Hilfe zur Pflege beantragen, sei 2025 in allen Landkreisen von MV gegenüber 2022 um rund 33 Prozent gestiegen. Lange Bearbeitungszeiten und bürokratische Hürden erschwerten den Zugang zu Sozialleistungen.

 

Die neue Landesregierung solle zudem Antragsverfahren vereinfachen, die Grundsicherung im Alter automatisch anbieten und Begegnungsstätten, Kulturangebote sowie Mobilitätshilfen auf dem Land ausbauen, riet die Diakonie MV. „Mecklenburg-Vorpommern braucht eine Sozialpolitik, die Armut verhindert, bevor sie entsteht - nicht erst, wenn Menschen bereits in der Not sind“, erklärte Regenstein.

Quelle: epd