Stiftungen berichteten Synodalen Stiftung „Kirche mit Anderen“ erweitert ihre Fördermöglichkeiten
07.11.2026 · Güstrow. Gute Ideen brauchen Unterstützung – und manchmal braucht es gar nicht viel Geld, um etwas Neues auf den Weg zu bringen. Die mecklenburgische Stiftung „Kirche mit Anderen“ hat deshalb ihre Förderrichtlinie grundlegend überarbeitet. Die Beschlussfassung lag am Wochenende den Synodalen vor.
„Mit der Neufassung, sollen innovative Ideen und Projekte noch gezielter gefördert und die Antragstellung transparenter und einfacher gestaltet werden“, begründete die Stiftungsvorsitzende Dr. Franziska Ehlert auf der Kirchenkreissynode. Dies überzeugte auch ihre Mitsynodalen, die der neuen Richtlinie heute (7. November) zustimmten.
Besonders erfreulich: Künftig können auch Kinder und Jugendliche unter 27 Jahren selbst Förderanträge stellen. Zudem wird es möglich sein, kleinere Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von weniger als 2.000 Euro zu beantragen. Damit öffnet die Stiftung ihre Förderung stärker für junge Menschen und kleinere Initiativen, die mit eigenen Ideen Kirche und Gesellschaft mitgestalten möchten.
Die neue Förderrichtlinie unterscheidet zudem künftig deutlicher zwischen Innovations- und Modellprojekten. Außerdem werden die Voraussetzungen für eine Förderung klarer beschrieben. Dazu gehören genauere Angaben zu förderfähigen und nicht förderfähigen Kosten sowie verbindliche Regelungen zur Verwendung der bewilligten Mittel. Auch die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern wird stärker in den Blick genommen. Ziel sind möglichst drei unabhängige Partner, die gemeinsam ein Projekt verwirklichen.
Weitere Neuerungen betreffen die Vergabe der Fördermittel, mögliche Rückzahlungsverpflichtungen und Ausschlussgründe. Auch die internen Abläufe werden klarer geregelt, damit Anträge künftig verlässlicher und einfacher bearbeitet werden können.
Mit der Neufassung verbindet die Stiftung zwei Anliegen: „Wir möchte Menschen ermutigen, neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen, und gleichzeitig eine transparente, gerechte und verlässliche Förderung gewährleisten“, so die Stiftungsvorsitzende. Die Botschaft sei klar: Gute Ideen sollen eine Chance bekommen – unabhängig davon, „ob es sich um ein großes Modellprojekt oder eine kleine Initiative handelt“.
Stiftungen gaben Einblick in geförderte Projekte vor Ort
In Güstrow gaben die kirchlichen Stiftung „Kirche mit Anderen“ und die Stiftung „Kirchliches Bauen in Mecklenburg“ den Kirchenkreissynodalen und den Jugenddelegierten mit Berichten Einblicke in ihre vielfältige Arbeit. Zur Verteilung bei den beiden genannten Stiftungen kommen jährlich zum einen die Kapitalerträgnisse aus dem unangreifbaren Stiftungsvermögen und zum anderen Gelder aus der bayerischen Landeskirche, die mit Mecklenburg seit mehr als sieben Jahrzehnten partnerschaftlich verbunden ist.
Baustiftung: wertvolle Altäre, Glocken und Kirchen gerettet
Die Stiftung „Kirchliches Bauen in Mecklenburg“ hat im Jahr 2025 wiederum zahlreiche Bau- und Restaurierungsmaßnahmen an Kirchen und kirchlichen Gebäuden unterstützt. „Die Gelder für die insgesamt rund 50 geförderten Projekte kommen unter anderem der Sanierung von Kirchendächern, Türmen und Fundamenten sowie der Restaurierung historischer Ausstattungsstücke zugute“, so der Stiftungsvorsitzende Frank Claus in seinem schriftlichen Bericht.
Insgesamt wurden im Vorjahr rund 820.000 Euro ausgegeben. Darin enthalten sind auch Maßnahmen aus den Jahren 2020 bis 2024, deren bewilligte Mittel erst später ausgezahlt wurden. Zu den geförderten Vorhaben gehören beispielsweise die Dachsanierung der Kirche in Kreckow, die Instandsetzung des Turmes der Kirche Roggendorf, die Sanierung der Kirche in Weitendorf sowie die Restaurierung der Altarfiguren in der Kirche Damshagen. Auch die Restaurierung des Schabbell-Epitaphs in der Kirche St. Nikolai in Wismar und die Restaurierung historischer Särge in der Schelfkirche Schwerin wurden finanziell unterstützt.
Weitere Maßnahmen betreffen die Instandsetzung von Glockenanlagen und Glockenstühlen, die Restaurierung von Turmuhren sowie Planungsarbeiten für anstehende Sanierungen. Damit trägt der Kirchenkreis dazu bei, Kirchengebäude als Orte des Glaubens, der Begegnung und als bedeutende Zeugnisse regionaler Geschichte zu erhalten.
Für das laufende Jahr 2026 rechnet die Stiftung mit einen Zuschussbudget in Höhe von 745.000 Euro für rund 30 Projekte, darunter einige aus den Vorjahren. Zu den Vorhaben zählt der Marienaltar in der Kirche Zierzow, die Glockenanlage in der Kirche Roggendorf oder die Restaurierung der Grabplatten in der Kirche Gadebusch und die Dachsanierung in Lichtenberg. „Allerdings mussten wir erstmalig eine größere Anzahl Anträge auf Förderung aus dem 20%-Anteil zurückweisen, da die Höhe der beantragten Mittel die Höhe der zur Verfügung stehenden deutlich übertraf“, so der Stiftungsvorsitzende. Wo keine alternativen Fördermöglichkeiten aufgezeigt werden konnte, ermutigte Frank Claus zu einer Neubeantragung im Folgejahr.
Wesentliches finanzielles Rückgrat der Stiftung sind die Partnermittel der Bayrischen Landeskirche in Höhe von rund 420.000 Euro, die seit 2012 jährlich als Einnahmen der Stiftung zur Verteilung zur Verfügung stehen. „Wir bedanken uns bei allen, die unsere Arbeit unterstützen, ganz besonderer Dank gilt dabei allen voran unseren bayrischen Partnern, aber auch den tatkräftig im Hintergrund wirkenden Mitarbeitern in Landeskirchenamt und Kirchenkreisverwaltung.“
Der Bericht macht laut Frank Claus, „die große Bandbreite der notwendigen Bau- und Erhaltungsmaßnahmen in den Kirchengemeinden deutlich. „Neben umfangreichen Dach- und Turmsanierungen sind es vielfach auch kleinere Restaurierungsarbeiten, die für den langfristigen Erhalt der historischen Kirchen und ihrer Ausstattung unverzichtbar“ seien.
Mehr: www.kirchbaustiftung-mecklenburg.de
Gemeindeentwicklung und Angebote für Kinder und Jugendliche bilden Schwerpunkte
Die Stiftung „Kirche mit Anderen“ in Mecklenburg blickt auf eine umfangreiche Fördertätigkeit in den Jahren 2025 und 2026 zurück. Insgesamt 42 Projekte konnten in diesem Zeitraum unterstützt werden. Dabei standen insbesondere die Gemeindeentwicklung und die Förderung von Angeboten für Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt. Darüber hinaus engagiert sich die Stiftung regelmäßig für musikalische und künstlerische Projekte. Einen besonderen Stellenwert haben dabei Orgelkonzerte sowie innovative Formate aus der kirchenmusikalischen Arbeit.
Insgesamt 42 geförderte Projekte in zwei Jahren
Die Zahlen verdeutlichen die anhaltend hohe Nachfrage nach Unterstützung durch die Stiftung: Im Jahr 2025 gingen 21 Förderanträge ein, von denen einer abgelehnt wurde. Für das Jahr 2026 verzeichnete die Stiftung insgesamt 32 Anträge, zehn davon mussten abgelehnt werden.
Die Gesamtausgaben der Stiftung beliefen sich 2025 auf 196.081,09 Euro. Für 2026 werden Ausgaben in Höhe von rund 263.300 Euro erwartet. Die Rücklage der Stiftung entwickelt sich entsprechend von rund 350.000 Euro im Jahr 2025 auf voraussichtlich rund 230.000 Euro im Jahr 2026.
Unterstützung aus Bayern bleibt unverzichtbar
Eine wesentliche Grundlage der Förderarbeit sind neben den Erträgen aus der Vermögensverwaltung die jährlichen Zuweisungen aus Bayern. „Unsere Partnerkirche, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern, und die dortigen kirchlichen Geschwister sind für die Arbeit der Stiftung von zentraler Bedeutung. Mit einer jährlichen Unterstützung von rund 50.000 Euro wird ein wesentlicher Teil der Fördermöglichkeiten gesichert“, unterstreicht Dr. Franziska Ehlert im schriftlich vorliegenden Bericht und bedankt sich zugleich herzlich für die Finanzmittel aus dem Süden.
Allerdings steht diese Zusammenarbeit vor einer wichtigen Veränderung: „Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern plant ab 2028 eine Neuordnung ihres Kollektenwesens. Damit könnten sich auch die bisherigen Rahmenbedingungen der Unterstützung verändern.“ Für die kommenden Monate werde es deshalb eine wichtige Aufgabe sein, die gewachsenen Kontakte und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den bayerischen Geschwistern weiter zu pflegen und tragfähige Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.
Mit ihrem Engagement trägt die Stiftung „Kirche mit Anderen“ dazu bei, kirchliches Leben in Mecklenburg vielfältig und zukunftsfähig zu gestalten. Die Förderung unterschiedlicher Projekte eröffnet Gemeinden und Initiativen neue Möglichkeiten, Menschen anzusprechen.
Mehr: www.kirche-mv.de/stiftung-kirche-mit-anderen
Weitere Informationen und Bilder: 7. Tagung der III. Kirchenkreissynode
Quelle: ELKM (cme)