Pommersche Kirchenkreissynode tagte in Greifswald Wiederbesetzung beschlossen: Leitung der Finanzabteilung
Foto: PEK/S. Kühl
11.05.2026 · Greifswald. Am Sonnabend, 9. Mai, fand die 9. Tagung der III. Synode des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises (PEK) statt. Themen der kurzfristig einberufenen Sondersynode waren die Wiederbesetzung der Leitung der Finanzabteilung, der Zwischenbericht zur Organisationsentwicklung und die Beschlussfassung zur Einleitung einer Organisationsuntersuchung.
Die Synodalen beschlossen, die zum 31. Dezember 2026 freiwerdende Stelle der Abteilungsleitung der Finanzabteilung ohne Vakanz wieder zu besetzen. Die Einstellung der zukünftigen Stelleninhaberin oder des Stelleninhabers kann bereits ab dem 1. November 2026 erfolgen, um eine Einarbeitung in die Tätigkeit und eine geordnete Übergabe der Geschäfte sicherzustellen. Die bisherige Leiterin der Finanzabteilung, Diana Schulmeister, hat zum 31. Dezember gekündigt. Pröpstin Kathrin Kühl hatte zuvor in ihrer Einbringung Diana Schulmeister für ihren langjährigen, engagierten Dienst in der Finanzabteilung des pommerschen Kirchenkreisamts gedankt.
Herausforderungen bergen Potentiale
„Für uns bedeutet die Kündigung von Frau Schulmeister eine große Herausforderung. In jeder Herausforderung steckt auch Potential. Wir sind bereit, dieses zu heben“, so die Pröpstin. Die verbleibende Zeit bis zum Ende des Jahres werde die vertrauensvolle und enge Zusammenarbeit wie bisher fortgesetzt. Die zum 1. November beschlossene Neubesetzung ermöglicht es Diana Schulmeister, vor dem Ende ihres Arbeitsverhältnisses eine nachfolgende Person mehrere Wochen bei der Einarbeitung zu unterstützen. „Außerdem sehen wir in der stellvertretenden Abteilungsleiterin Marie-Luise Matthias eine wichtige und kompetente Kraft, um diese Herausforderung gut zu bewältigen“, betonte Kathrin Kühl.
Organisationsuntersuchung beginnt ab sofort
In einem weiteren Beschluss legte die Synode fest, dass die am 8. November 2025 beschlossene Organisationsuntersuchung für das Kirchenkreisverwaltungsamt und das Regionalzentrum ab sofort beginnen soll. Die Einladung zur konstituierenden Sitzung des Begleitausschusses wird innerhalb von zwei Wochen nach der Synode durch den Präses versandt. Er leitet die konstituierende Sitzung. Der Beschluss stellt klar, dass die Organisationsuntersuchung folgende Punkte enthält: Stellenbeschreibungen, Softwareanwendungen, Rechtfertigung der Umlageschlüssel der Verwaltung, Einhaltung der Finanzsatzung, klare Herausarbeitung der Personalbedarfe für Pflichtaufgaben unter Berücksichtigung der Frage, welcher Erfüllungsgrad für die konkrete Erfüllung der Pflichtaufgabe notwendig ist, die Prüfung der Leitungsstrukturen und Verwaltungsvereinfachungen. In den elfköpfigen Begleitausschuss entsendet die Mitarbeitendenvertretung eine Person. Zudem wählte die Synode aus ihren Reihen das ehrenamtliche Mitglied Dr. Sibylle Scheler in den Ausschuss. Die weiteren neun Mitglieder des Ausschusses – aus dem Synodenpräsidium, aus dem Kirchenkreisrat, aus dem Finanzausschuss, aus dem Regionalzentrum und dem Kirchenkreisamt – sind bereits bestimmt worden. Der Begleitausschuss kann die oben genannten Schwerpunkte der Organisationsuntersuchung noch durch weitere Punkte ergänzen. Ferner kann der Ausschuss eine externe Beratung beauftragen.
Pröpstin Kathrin Kühl: „Worte schaffen Wirklichkeit“
Vor dem Beschluss zur Organisationsuntersuchung verdeutlichte Kathrin Kühl in ihrer Funktion als Verwaltungspröpstin in einem Zwischenbericht zur Organisationsentwicklung, dass der bereits laufende notwendige Umbau der Verwaltung nur gelingen könne, wenn die Mitarbeitenden nicht als Betroffene, sondern als Akteure des Wandels begriffen werden. Der Kirchenkreis strebe eine „hoch motivierte und dem Kirchenkreis tief verbundene Mitarbeitendenschaft“ an. Bereits seit 2025 läuft ein intensiver Organisationsentwicklungsprozess, der weit über technische Abläufe hinausgeht. „Worte schaffen Wirklichkeit“, betonte die Pröpstin und stellte klar, dass es um eine wertschätzende Kultur des Vertrauens und der Eigenverantwortung geht. „Das Ziel ist es, gemeinsam an unseren Strukturen zu arbeiten, die Arbeitsprozesse deutlich zu verschlanken, die Kommunikation zu verbessern und uns als Team noch enger aufzustellen, so dass wir den anstehenden Herausforderungen gut begegnen können.“
Arbeitsbelastung durch effiziente Prozesse senken
Wie ernst es den Leitungspersonen im Kirchenkreis mit der Beteiligung sei, zeigten die bereits absolvierten Etappen, die von der Pröpstin aufgelistet wurden. Dazu zählten Klausuren mit dem gesamten Kirchenkreisamt, in denen Erwartungen der Belegschaft an das Leitungsteam definiert wurden. Die Vision „Miteinander. Zielgerichtet. Verantwortlich.“, die Kathrin Kühl den Synodalen beschrieb, sei keine Vorgabe von oben, sondern das Ergebnis gemeinsamer Arbeit. Konkrete Verbesserungen, wie die Straffung der Rechnungsabläufe oder die Einführung digitaler Workflows, werden unter direkter Einbindung derer entwickelt, die täglich damit arbeiten. Das Ziel: Die hohe Arbeitsbelastung durch effizientere, klare Prozesse spürbar zu senken und so die Gesundheit und Arbeitszufriedenheit der Kolleginnen und Kollegen zu schützen.
Evaluation mitarbeitendenorientiert gestalten
„Es muss uns darum gehen, die Prozesse von der Quelle bis zur Verarbeitung zu beschreiben, zu bewerten und Potentiale für die Optimierung zu erarbeiten“, so Kathrin Kühl über ihr Verständnis einer Evaluation. „Von der Quelle bis zur Verarbeitung“ heiße dabei: von der Kirchengemeinde zum Kirchenkreisamt und zurück. „Bildlich gesprochen: wir schauen uns die Prozesse vom Opferstock in der Kirche bis hin zur Haushaltsplanerstellung an. Es geht um die Evaluation dieser gesamten Organisationsprozesse, weil sie zusammengehören und sich gegenseitig bedingen.“ Dazu gab die Pröpstin ein klares Versprechen ab: „Es geht nicht um die Bewertung von Mitarbeitenden und ihrer Leistung!“ Vielmehr sollen die Strukturen so geordnet werden, dass Sachbearbeitende und Abteilungsleitende wieder ihren eigentlichen Aufgaben nachkommen können, statt durch fachfremde Tätigkeiten blockiert zu werden. Die Pröpstin warb eindringlich dafür, diesen analytischen Blick von außen „mitarbeitendenorientiert“ zu gestalten. Nur wenn die Angestellten den Prozess durch ihre „intrinsische Motivation“ stützen, ließen sich belastbare Ergebnisse erzielen. „Zur Zukunftssicherheit gehört unbedingt dazu, dass Mitarbeitende qualitativ hochwertig, gesund und gern bei uns im Kirchenkreis arbeiten“, so das Credo der Pröpstin.
Die Tagung begann morgens um 9 Uhr in der Annenkapelle der Greifswalder Marienkirche mit einer Andacht, gehalten von Pastor Dr. Christian Pieritz, und endete kurz vor 12 Uhr. Von den 55 Synodalen des Kirchenkreises nahmen 34 an der Tagung teil. Das Gremium war damit beschlussfähig. Zudem war ein Jugenddelegierter während der Tagung anwesend. Geleitet wurde die Synode von Präses Dr. Klemens Grube und Vizepräses Dr. Verena Hoffmann. Schriftführende waren die Synodalen Dorothea ter Veen, Reinhard Kurowski und Jens-Ulrich Noske. Die nächste Synode findet voraussichtlich am 10. Oktober 2026 statt.
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Quelle: PEK (sk)