Aus dem Gemeindeleben Gützkow verabschiedete Gemeindepädagogin Martina Jeromin nach 38 Jahren
Foto: privat
06.07.2026 · Gützkow. Nach mehr als 38 Jahren engagierter Arbeit in der Kirchengemeinde Gützkow wurde die langjährige Gemeindepädagogin Martina Jeromin am vergangenen Sonntag, 5. Juli, während eines Familiengottesdiensts zum Schuljahresende in der Nicolai-Kirche in den Ruhestand verabschiedet.
Seit fast vier Jahrzehnten prägte sie die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien in der Region und begleitete mehrere Generationen beim Hineinwachsen in die Gemeinde. Ihr Abschied markierte das Ende einer Ära für das kirchliche Leben in Gützkow.
„Gute Seele“ ging in den Ruhestand
„Du musst die Kinder liebhaben! – sie wahrnehmen, aufnehmen, annehmen.“ Diesen Rat gab Martina Jeromin einst ihrem Ehemann Hans-Joachim, als dieser frisch im Pfarramt über unruhige Vorkonfirmanden klagte. Es waren dieselben Kinder, die Martina Jeromin sechs Jahre zuvor von ihrer Vorgängerin Gisela Jutta Lück übernommen hatte. Nach über 38 Dienstjahren als Gemeindepädagogin und „gute Seele“ der Kirchengemeinde St. Nicolai verabschiedete sich Martina Jeromin nun selbst in den Ruhestand.
Ein Leben für die christliche Gemeinschaft
Martina Jeromin gestaltete einen lückenlosen Kreislauf der Generationen. Aus den Kleinsten in den Krabbelgruppen wurden Erstklässler bei den „Nicoläusen“ (der Christenlehre), die dann später nach der Abschlussfahrt in die schwedische Partnergemeinde zu Konfirmanden wurden. Und Jahre später dann brachten genau diese Kinder als junge Mütter ihre eigenen Kinder mit in die Gemeinde. Für Martina Jeromin war die Arbeit mit Kindern stets die Riesen-Prägechance der Kirche – ein Potenzial, für das sie sich auf Synoden und Konventen leidenschaftlich einsetzte.
Pfarrhaus als Herberge und Heimat
Pfarrhaus, Gemeindehaus und Pfarrgarten machte Martina Jeromin zu Orten des Willkommens. Ob Künstler nach Konzerten, Gäste der Landeskirche, ein Mensch im Kirchenasyl oder die „Nicoläuse“: Alle erlebten ihre herzliche Gastfreundschaft. Legendär bleibt auch ihr Einsatz, wenn sie sonntags für die Konfis im Pfarrhaus Mittagessen kochte.
Vorbild für eigene Kinder
Dass dieses Engagement die eigenen Kinder positiv prägte, zeigt ein Blick auf deren Lebenswege: Die älteste Tochter studierte Gemeindepädagogik und ist heute Pastorin, die mittlere Tochter leitet einen Kindergarten, der jüngste Sohn arbeitet als Erzieher. Letzterer antwortete als Grundschüler auf die Frage, was seine Mama beruflich mache, einst charmant: „Die ist immer zu Hause.“
„Du sollst nicht aufhören!“
Wie tief Martina Jeromin in den Herzen der Menschen verwurzelt ist, zeigt das jüngste Kompliment eines Mädchens aus der dritten Klasse: „Frau Jeromin, du sollst nicht aufhören, solange du laufen kannst, kannst du doch bei uns bleiben.“ Doch nach 38,5 Jahren ist nun Zeit für einen neuen Lebensabschnitt. Die Enkelkinder freuen sich auf mehr Zeit mit ihrer Oma – und ihr Ehemann Hans-Joachim darauf, seine Frau nun endlich mehr für sich zu haben.
Quelle: kirche-mv.de (sk)