"Gemeinsam den Wandel gestalten" Landesregierung legt erstmals Engagementstrategie vor

13.01.2026 · Schwerin. Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung hat ihre erste Strategie für das ehrenamtliche Engagement veröffentlicht. Das 74-seitige Papier enthält diverse Empfehlungen und Maßnahmen.

Der Schweriner Landtag hatte die Landesregierung im Oktober 2022 beauftragt, ein entsprechendes Papier bis Ende 2025 zu erarbeiten, heißt es in der 74 Seiten umfassenden Strategie für freiwilliges Engagement. Unter mit dem Titel „Gemeinsam den Wandel gestalten“ enthält es diverse Empfehlungen und Maßnahmen in sieben Handlungsfeldern.

 

Die Handlungsfelder beschäftigten „sich zum Beispiel mit einer öffentlichkeitswirksamen Ansprache von Interessierten und einer professionellen Begleitung der Engagierten, einer angepassten Förderpolitik, dem Bürokratieabbau, der Unterstützung von Netzwerken und Kooperationen sowie der Erreichbarkeit des Engagements - digital und vor Ort“, sagte Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) laut Mitteilung.

 

Engagementquote liegt bei knapp 40 Prozent

 

„Mit einer Engagementquote von knapp 40 Prozent der Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren engagieren sich mehrere hunderttausend Menschen in unserem Land.“, sagte die Ministerin. „Damit das Ehrenamt auch in Zukunft stark bleibt, müssen wir als Land die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen und stetig weiter verbessern. Genau das tun wir mit der neuen Engagementstrategie.“

 

Zu den Maßnahme-Empfehlungen gehört laut Strategie unter anderem, dass die Landesregierung mittelfristig die Schaffung eines benutzerfreundlichen, barrierearmen Engagement-Portals fördert und dass sie langfristig ein landesweite „Engagement-Marke MV“ entwickelt. Vereinfachte Förderverfahren, niedrigschwellige Mikro-Förderungen sowie der Einsatz für höhere Steuerfreibeträge für Ehrenamtliche und Übungsleiter werden ebenso empfohlen wie die mögliche Einführung einer digitalen Ehrenamtskarte MV.

 

Männer haben höhere Engagementquote

 

Mit Blick auf die Engagementquote erfolgte in MV zwischen 1999 (25 Prozent) und 2019 (38 Prozent) „ein deutlicher und im Bundesvergleich überdurchschnittlich starker Anstieg des freiwilligen Engagements“, heißt es in dem Strategiepapier. In 2024 habe sich für MV ein leichter Rückgang der Engagementquote (33,3 Prozent) gezeigt, der in fast allen Bundesländern gleichermaßen zu beobachten sei.

 

Das Profil der Engagierten in MV weicht laut Strategie hinsichtlich der Einflussfaktoren wie Geschlecht, Alter, individuelle Bildung, Religionszugehörigkeit, Haushaltseinkommen und Vorhandensein von Kindern im eigenen Haushalt leicht von den Engagierten in anderen Bundesländern ab. So engagieren sich in MV mehr Männer (43 Prozent) als Frauen (35 Prozent). Unbezahlte Sorgearbeit und -verantwortung würden in besonderem Maße von Frauen getragen, wodurch ihre Engagementmöglichkeiten eingeschränkt sein könnten, heißt es.

 

Eine höhere Bildung wirke sich in MV weniger stark förderlich auf die Engagement-Beteiligung aus als in anderen ostdeutschen Bundesländern. Ein höheres Einkommen befördere hingegen das freiwillige Engagement auch in MV. Zu besonders hohen Anteilen bringen sich Menschen in MV im Alter zwischen 14 bis 19 Jahren (51 Prozent) und im Alter von 30 bis 49 Jahren (48 Prozent) ein. Allerdings engagierten sich Menschen mit Migrationshintergrund mit 21 Prozent noch zu einem geringeren Anteil als der Durchschnitt der Bevölkerung in MV.

Quelle: epd