Sabine Petters entwickelt innovative Pilgerkonzepte Von Pop-up-Pilgern bis Klangkunst

Sabine Petters (Mitte) während ihrer Einsegnung als Referentin für innovative Pilgerkonzepte durch Pastorin Ellen Nemitz und Pfarrer Johannes Schaan im Pilgerzentrum in der Stralsunder Kulturkirche St. Jakobi.

Foto: Christoph Nemitz

10.02.2026 · Stralsund/Jager. Ob kurze „Pop-up“-Strecken, multisensorische Erfahrungen mit Klangkunst oder das „5-Minuten-Pilgern“: Seit dem vergangenen Herbst ist Sabine Petters als Referentin für innovative Pilgerkonzepte im Norden tätig und hat dabei ein weitläufiges Gebiet von Berlin bis Rügen und von der Oder bis nach Hamburg im Blick.

Mit dem bevorstehenden Saisonbeginn möchte sie nun richtig durchstarten, ihre Visionen in die Tat umsetzen und der jahrhundertealten Tradition des Pilgerns im Norden neue Impulse geben. Ausgangspunkt und Zentrum ihres Wirkens ist das bereits etablierte Pilgerzentrum in der Stralsunder Kulturkirche St. Jakobi.

 

Christliche Gemeinschaft als Eckpfeiler

 

Gastfreundschaft, christliche und spirituelle Gemeinschaft sowie eine offene Willkommenskultur sind für Sabine Petters die Eckpfeiler neuer Formate. Eine Idee ist etwa das sogenannte „Pop-up-Pilgern“: spontane, kurze Pilgerstrecken mit einfachen Impulsen. Auch Angebote wie das „5-Minuten-Pilgern“ oder multisensorische Pilgererfahrungen, etwa mit Klangkunst, gehören zu ihren Überlegungen. Weitere Ansätze reichen vom Nachhaltigkeitspilgern mit dem Fokus auf Schöpfungsverantwortung über Pilgerwege der Begegnung mit Menschen anderer Religionen bis hin zu kulturellen Wegen, die Kunst, Musik oder Literatur mit Spiritualität verbinden. Im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis ist Sabine Petters dabei keine Unbekannte: Seit Mai 2015 betreut sie die „Offene Kapelle“ in Jager bei Greifswald, die sich als verlässlich während der Saison geöffneter Ort der Stille und Einkehr für Einheimische und Touristen bewährt hat. Zudem beteiligt sie sich seit Jahren mit eigenen Angeboten am „Spirituellen Sommer im Norden“, einer Veranstaltungsreihe in den evangelischen Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern.

 

Vom ökumenischen Ansatz begeistert

 

Keimzelle der Pilgerreferentin-Stelle ist die Ökumenische Pilgerinitiative Vorpommern, ein gemeinnütziger Verein, der sich seit vielen Jahren in der Region engagiert. Der ökumenische Ansatz, mit der Zusammenarbeit verschiedener christlicher Konfessionen, begeistert Sabine Petters: „Er ist großartig und eröffnet viele Möglichkeiten.“ Gefördert wird die zunächst auf zwei Jahre befristete halbe Stelle vom katholischen Bonifatiuswerk und dem Erzbistum Berlin. Ihr Büro hat Sabine Petters in den Räumen der katholischen Pfarrei in Stralsund bezogen. Künftig wird sie sowohl auf der Website der Ökumenischen Pilgerinitiative als auch auf den Seiten der Tourismuspastoral des Erzbistums Berlin sichtbar sein. Zudem ist eine noch intensivere Zusammenarbeit mit der Internetplattform www.kirche-mv.de geplant, die bereits viele Informationen für Pilgernde bereithält. „Auch einen eigenen Instagram-Kanal zum Thema Pilgern im Norden möchte ich gern etablieren“, so Sabine Petters über ihre Pläne.

 

Sehnsucht nach dem „echten Leben“

 

Ihre Hauptaufgabe sieht sie in der Entwicklung niedrigschwelliger, innovativer Pilgerangebote mit bewusst missionarischem Ansatz. „Pilgern erfreut sich seit Jahren wachsender Beliebtheit – besonders auch bei Menschen, die sich selbst als kirchenfern beschreiben, denn viele sind auf der Suche“, hat Sabine Petters beobachtet. Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach Orientierung und nach dem eigenen Platz in einer komplexen Gesellschaft spielten dabei eine zentrale Rolle. Zwar stehe für viele pilgernde Menschen zunächst das Unterwegssein in der Natur im Vordergrund, doch nicht selten beginne gerade dort eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben. „Angesichts der Schnelllebigkeit und der zunehmenden Verlagerung der Lebenswirklichkeit in den digitalen Raum wächst die Sehnsucht nach dem echten Leben“, ist sich die Pilgerreferentin sicher.

 

Netzwerke knüpfen und Bewährtes weiterentwickeln

 

Derzeit steht für Sabine Petters vor allem das Netzwerken im Fokus. „Ich möchte Formate, die anderswo bereits gut funktionieren, gern übernehmen und weiterentwickeln“, erklärt sie. Bestehendes und Bewährtes, wie zum Beispiel die Vielfalt des „Spirituellen Sommers“, möchte sie mit neuen Impulsen bereichern. Auch beim Projekt „Dorfkirche – da geht was!“, das wenig genutzte Kirchen des ländlichen Raums in Mecklenburg und Pommern beleben will, sieht sie Anknüpfungspunkte: „Schon der Titel dieses Projekts macht Lust, weiterzudenken – da steckt das Gehen drin und zugleich die Frage: Wer oder was ist eigentlich Dorfkirche? Vielleicht sind es ja vor allem die Menschen.“

 

Moderne Pilgertheologie bietet Orientierung

           

Für das beliebte Stadtpilgern in Stralsund wünscht sich Sabine Petters ebenfalls eine Weiterentwicklung. Ziel sei es, die spirituelle Dimension stärker zu betonen und die Unterscheidung von einer klassischen Stadtführung zu stärken. Orientierung bieten ihr die sieben Schlüsselbegriffe der modernen Pilgertheologie aus der skandinavischen Tradition: Einfachheit, Langsamkeit, Freiheit, Stille, Sorglosigkeit, Gemeinschaft und Spiritualität. Pilgern versteht Sabine Petters dabei stets interkulturell. In diesem Sinne lädt sie Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft ausdrücklich ein, Kontakt mit ihr aufzunehmen und eigene Gedanken und Ideen mit ihr zu teilen. Denn für Sabine Petters steht fest: „Pilgern lebt vom Gehen auf einem gemeinsamen Weg.“

 

Weitere Informationen

 

Sabine Petters, Referentin für innovative Pilgerkonzepte

Telefon: 0160 6388947

E-Mail: sabinepetters@t-online.de

 

Ökumenische Pilgerinitiative Vorpommern: www.pilgerinitiative-vorpommern.de

„Spiritueller Sommer im Norden“: www.spiritueller-sommer-norden.de

Katholisches Tourismuspastoral: www.erzbistumberlin.de/hilfe/menschen-unterwegs/tourismuspastoral

Quelle: PEK (sk)