Medienkompetenzpreis "Nachgehakt" 2026 Auszeichnung für Antisemitismus-Projekt der Greifswalder Altstadtgemeinden

27.04.2026 · Rostock/Greifswald. Im Rostocker Volkstheater übergab Kulturministerin Bettina Martin am 23. April den Medienkompetenzpreis in der Kategorie „Nachgehakt“ an das Projekt „Erinnern und Erleben. Jüdisches Leben in Greifswald“, das vom Medienzentrum Greifswald e.V. eingereicht worden war. Rund 30 Schülerinnen und Schüler der achten Klassen der integrierten Gesamtschule „Erwin-Fischer“ hatten an dem medienübergreifenden Bildungsprojekt der Greifswalder Altstadtgemeinden teilgenommen. Auch die Universität Greifswald war beteiligt.

Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich mit dem jüdischen Leben in und um Greifswald, begaben sich in Medienprojekten auf Spurensuche und besuchten auch „vergessene Orte“ wie den jüdischen Friedhof in Greifswald. Der jüdische Landesverband Mecklenburg-Vorpommern und Landesrabbiner Yuriy Kadnykov unterstützen das Projekt ebenfalls. Insgesamt gab es 16 Einreichungen in der Kategorie „Nachgehakt“.

 

Karte im Internet

 

„Das Projekt ‚Erinnern und Leben‘ unter der Leitung von Magdalena Kunert und angebunden an die Offene Jugendarbeit der evangelischen Kirchengemeinden St. Jacobi, St. Marien und Dom St. Nikolai, machte es sich zur Aufgabe, die lange Geschichte jüdischen Lebens in Greifswald neu zu entdecken und seine Spuren im Stadtbild sichtbarer zu machen“, so die Internetseite des Projekts. „An verschiedenen Orten der Stadt lebten, arbeiteten, beteten und wirkten jüdische Menschen – und doch geraten diese Orte und Geschichten oft in Vergessenheit.“ Die Internetseite www.erinnern-und-leben.de bietet viele Hintergrundinformationen zum Projekt, unter anderem eine digitale Karte der bedeutendsten Orte jüdischen Lebens in Greifswald.

 

Kritischer Umgang mit Medien

 

„Medienkompetenz bedeutet, dass man mit Medien umgehen, kreativ werden und mit ihnen etwas erschaffen kann. Sie bedeutet aber auch, den kritischen Umgang mit Medien zu lernen, Quellenarbeit und die Auseinandersetzung mit unserer Geschichte und Gegenwart“, so Bettina Martin bei der Preisübergabe. „Die Schülerinnen und Schüler haben bei ‚Erinnern und Erleben‘ noch mehr getan und selbst recherchiert, Interviews geführt und sich aktiv mit einem Thema auseinandergesetzt. Dafür verleihen wir Ihnen unseren ‚Nachgehakt‘-Preis.“

 

Innovative Bildungsarbeit gewürdigt

 

Zusätzlich zu den 1.500 Euro Preisgeld für den „Nachgehakt“-Preis unterstützt das Kulturministerium den Medienkompetenzpreis und das vorgeschaltete Medienkompetenz-Forum mit insgesamt 6.500 Euro. Auch das Bildungs- und das Sozialministerium unterstützen den Preis. Die Preise würdigen herausragende Projekte, die nachhaltige und innovative Medienarbeit mit Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen umsetzen und damit die Medienkompetenz stärken. Auf die pädagogische Komponente, die Einbindung und den aktiven Erwerb von Kompetenzen im Umgang mit Medien, wird dabei besonderer Wert gelegt. Der „Nachgehakt“-Preis wird in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung an Projekte vergeben, die sich durch kritische Auseinandersetzung mit Medien, deren Inhalten und ihrer Wirkung auf die Demokratie auseinandersetzen.

Quelle: PEK (sk)