Edelgard Witt mit Ansgarkreuz der Nordkirche geehrt "Ohne ‚Witti‘ ging die Tür nicht zu"
Foto: Konrad Lanz
04.05.2026 · Barth. Für ihr außergewöhnliches lebenslanges Engagement und ihre tiefe Verbundenheit mit der Kirche wurde Edelgard Witt am 1. März im Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde Barth mit dem Ansgarkreuz ausgezeichnet.
Die Ehrung überreichte Dr. Tobias Sarx, Propst der Propstei Stralsund im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis. Er wurde dabei vom Barther Pastor Kornelius Werner begleitet.
Vom Bibelzentrum bis zum „Lesecafé“
In der Barther Papenstraße im Schatten der St.-Marien-Kirche spielt sich ein Großteil des kirchengemeindlichen Lebens ab: Hier befinden sich Pfarrhaus, Gemeindehaus und Kindergarten. Für Edelgard Witt wurde diese Straße über Jahrzehnte hinweg zum „zweiten Zuhause“, in dem sie an fast jeder Stelle Spuren hinterlassen hat. Geboren 1939 in Hinterpommern, fand Edelgard Witt nach der Flucht als Kind in Kenz ihre erste geistliche Heimat. In der Kenzer Kirche wurde sie konfirmiert und getraut. Nach dem Umzug nach Barth engagierte sie sich von Beginn an in der Kirchengemeinde.
Engagiert in allen Bereichen des kirchlichen Lebens
Die Verdienste von Edelgard Witt, in der Gemeinde liebevoll „Witti“ genannt, sind vielfältig und erstrecken sich über fast alle Bereiche kirchlichen Lebens. Nach ihrer Tätigkeit im Einzelhandel wechselte sie in den 1970er Jahren in den evangelischen Kindergarten in der Papenstraße, absolvierte die Ausbildung zur Erzieherin und prägte über 38 Jahre lang viele Jahrgänge von Barther Kindern. Selbst nach ihrem Renteneintritt blieb sie der Kita als ehrenamtliche Helferin treu.
Vom Bibelzentrum bis zum „Lesecafé“
Als langjähriges Mitglied im Betreuungsteam des „Lesecafés“ der Kirchengemeinde war sie eine erste Anlaufstelle für Gäste und Besucher. Auch das Barther Bibelzentrum profitierte maßgeblich von ihrem Fleiß: Besonders in der Gründungs- und Aufbauphase unterstützte sie das Haus unermüdlich. Darüber hinaus wirkte Edelgard Witt im Besuchsdienstkreis, beim Verteilen des Gemeindebriefs, in der Ökumenischen Gymnastikgruppe sowie im Kindergottesdienst und sie ist Mitglied im Kirchbau- und im Kirchenmusikverein.
„Die Freude an der Freude“
Das Empfehlungsschreiben der Gemeinde hebt besonders ihre Gabe hervor, Menschen jedes Alters mit Respekt und Herzlichkeit zu begegnen. „Ich habe mich immer gefreut, wenn die Leute reinkamen und sich gefreut haben, wie schön der Tisch eingedeckt ist“, so beschrieb Edelgard Witt selbst einmal ihre Motivation. Es ist diese „Freude an der Freude“, die laut Kirchengemeinderat das Wesen ihres Wirkens ausmacht. Unter den Gemeindegliedern, die sie schon lange kennen, gilt daher der Satz: „Ohne ‚Witti‘ ging im Gemeindehaus die Tür nicht zu.“
Auszeichnung für großen persönlichen Einsatz
Das Ansgarkreuz ist eine Auszeichnung und ein Dankeszeichen innerhalb der Nordkirche. „Es kann Gemeindegliedern verliehen werden, die durch großen persönlichen Einsatz in der kirchlichen Arbeit, vorbildliche Förderung der Kirche, ihrer Werke und Einrichtungen sowie durch beispielhaftes Eintreten für einen tätigen christlichen Glauben in der Öffentlichkeit hervorgetreten sind“, so die Stiftungserklärung der Kirchenleitung.
Zeugnis des christlichen Glaubens
Die Gestaltung der Ehrennadel geht auf eine Schmuckfibel mit Kreuzrelief aus dem 9. Jahrhundert zurück, die bei archäologischen Ausgrabungen in der Wikingerstadt Haithabu gefunden wurde. Die Fibel zählt zu den ältesten Zeugnissen des christlichen Glaubens in Nordeuropa. Benannt ist die Auszeichnung nach dem Missionar Ansgar von Bremen, der aufgrund seiner großen Wirkungskraft für die Verbreitung des Christentums in Skandinavien und Schleswig auch als „Apostel des Nordens“ bezeichnet wird.
Quelle: PEK (sk)