Wort zum Christfest 2018 Bischof von Maltzahn: Weihnachten – Sehnsucht nach einer besseren Welt

Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn

Foto: Nordkirche

24.12.2018 · Schwerin.

In diesen Tagen wächst die Sehnsucht nach einer heilen Welt. Kinder können es kaum noch erwarten, dass endlich Weihnachten wird. Erwachsene denken sehnsuchtsvoll an Zeiten zurück, in denen die Welt noch in Ordnung schien. Der Wunsch nach einem Fest in Harmonie und Frieden ist lebendig in vielen Herzen. 

Seit Jahren und Jahrzehnten ist unsere Gesellschaft in zum Teil erheblichen Veränderungen begriffen. Daraus erwachsen neue Möglichkeiten wie Verunsicherungen. Es führt in Sackgassen, darauf zu setzen, diese Entwicklungen könnten zurückgedreht werden. Wer das anderen dennoch mit rückwärtsgewandten Heilsversprechungen weismachen will, verweigert sich der Wirklichkeit und sorgt für Enttäuschungen und Verbitterung.

Christlicher Glaube muss die Realität nicht verdrängen. Er weiß nur zu genau, wie sehr diese Welt im Argen liegt und der Erlösung bedarf. Darum wurde es Weihnachten. Darum kam Gott in Jesus von Nazareth zur Welt, wurde Mensch, ließ sich ein auf menschliche Not und das Leiden eines ganzen Kosmos. Um es zu überwinden! Im Leben Jesu wurde das deutlich – in seiner Hingabe an die Menschen am Rande der Gesellschaft, in seinem Einsatz für Arme und Ausgeschlossene. Suchenden und Zweiflern wurde er zu einem Weg, der ins Leben führt. Er gab sein Leben aus Liebe hin und nahm dadurch dem Tod die Macht der Endgültigkeit.   

Vorstellungen davon, wie das Leben sein könnte, werden gebraucht wie die Luft zum Atmen. Doch nicht als rückwärtsgewandte Sehnsucht nach einer verklärten Vergangenheit, sondern als zukunftsgerichtete Hoffnung! Als Sehnsucht nach einer Welt, in der Menschen einander in Verunsicherung und Not beistehen, sich stark machen für Gerechtigkeit und ein friedliches Miteinander! In der die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen geschützt und bewahrt werden!

Weihnachten lädt uns ein, dieser guten Sehnsucht nach einer besseren Welt etwas zuzutrauen. Und für sie zu leben – im persönlichen Umfeld wie in unserer Gesellschaft. 

Für das Heil der Welt jedoch müssen wir nicht sorgen. Es kommt uns nahe in Christus. Möge es so für alle ein frohes Christfest werden!

Dr. Andreas von Maltzahn, Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern (Schwerin)



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