Kirche und Geschichte Güstrow erinnert an Entfernung der Barlach-Plastik der "Schwebende"

04.08.2018 · Güstrow/Wedel.

 Im Güstrower Dom wird am 23. August (19.30 Uhr) an die Entfernung der Ernst-Barlach-Plastik der "Schwebende" im Jahr 1937 erinnert. Dabei wird der Historiker Ernst Piper (Berlin) einen Vortrag zum Thema "Dona Nobis Pacem. Ernst Barlach und der Erste Weltkrieg" halten, heißt es im aktuellen Gemeindebrief der Güstrower evangelischen Dom- und Pfarrgemeinde. Kirchenmusikdirektor Martin Ohse wird den Abend musikalisch auf der Orgel begleiten.

Der Bildhauer, Grafiker und Autor Ernst Barlach (1870-1938) hatte die Plastik 1927 für den Güstrower Dom geschaffen und sich damit gegen Kriegsverklärung und Totenkult gewandt. Vor 81 Jahren beseitigten die Nationalsozialisten das als Ehrenmal für die Opfer des Ersten Weltkrieges gedachte Werk als "entartete Kunst". Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Bronzeplastik eingeschmolzen, um neue Kanonen zu gießen.

Freunde des Künstlers ließen unter großem Einsatz einen Zweitguss erstellen, der in Schnega (Lüneburger Heide) in der Verborgenheit die NS-Zeit überdauerte. Von ihm wurde nach dem Krieg eine neue Gussform gemacht, so dass der Drittguss entstehen konnte, der seit dem 8. März 1953 wieder seinen Platz im Güstrower Dom hat. Der in Wedel geborene Barlach hatte seit 1910 in Güstrow gelebt. Er starb am 24. Oktober 1938 im Alter von 68 Jahren in Rostock.

Quelle: epd