Fachkongress Kirche und Tourismus beendet Lutherstadt empfängt Botschafter von der Küste

Probesitzen im Reformations-Strandkorb auf dem Marktplatz in Wismar: Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit (li.) und Bernd Fischer (Geschäftsführer des Landestourismusverbandes MV) umringt von Teilnehmenden des Fachkongresses Kirche und Tourismus.

Foto: PEK/S. Kühl

22.03.2017 · Wismar.

In Wismar endete am Mittwoch der zweitägige Fachkongress Kirche und Tourismus im Norden. Unter dem Titel „Auf der Suche nach Sinn – Die Kirchen in Norddeutschland als ‚anderer Raum‘“ trafen sich mehr als 120 Vertretende aus Kirche und Tourismus zum Erfahrungsaustausch. Im Bürgersaal des Wismarer Rathauses hörten sie Fachvorträge und stärkten bestehende oder knüpften neue Netzwerke. Abschluss und Höhepunkt der Tagung war die Präsentation der Aktion „Reformation im Strandkorb“. Während der vom 20. Mai bis 10. September stattfindenden Weltausstellung „Reformation in Wittenberg" wird die Nordkirche mindestens 32 Strandkörbe einzeln und in Gruppen überall im Ausstellungsbereich aufstellen. Die typischen Strandmöbel sind unverkennbares Symbol für Urlaub am Meer, für den Strand und für den Norden mit seinen Küsten und werden gleichsam Botschafter der Nordkirche zum Reformationsgedenken in Wittenberg sein.

Strandkörbe werden in Heringsdorf gebaut

Gestaltet sind die Strandkörbe in einem einheitlichen Nordkirchen-Design. Versehen sind sie zudem mit dem Logo „Reformation 500+“ sowie mit dem Logo des jeweiligen Partners. Als Partner der Strandkörbe fungieren Tourismusorganisationen und Kirchengemeinden aus der gesamten Nordkirche. Auch aus den Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern sind zahlreiche Partner dabei, aus dem Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis beispielsweise von der Insel Usedom und aus Stralsund. In den Strandkörben legen die Partner Informationen und Flyer über Angebote in ihren Heimatgemeinden aus. Außerdem sind in jedem Strandkorb Exemplare des Magazins „Reformation im Norden“ zu finden, das Orte und Personen der Reformation vorstellt. Hergestellt werden die Strandkörbe für die Partner aus Mecklenburg und Pommern in der Betriebsstätte Heringsdorf der Bugenhagen-Werkstatt des Evangelischen Diakoniewerks Bethanien Ducherow in Handarbeit.

Ein paar Extras für die Weltausstellung

„Das sind alltagstaugliche Ostseestrandkörbe, die ebenso robust wie klassisch designt sind“, sagt Kai Becker, Vorsteher des Diakoniewerks. Abgesehen von den auffälligen Nordkirchen-Farben gleichen sie weitgehend den Strandkörben, die für den Verleih hergestellt werden und von den Ostseestränden nicht wegzudenken sind. Und sie sind genauso stabil und langlebig, versichert Kai Becker. Allerdings sind sie für den Auftritt auf der Weltausstellung etwas modifiziert. Statt der herausziehbaren Fußstützen haben sie beispielsweise Depots für die Flyer unter der Sitzbank. Und an den Seiten gibt es Behälter für die Broschüren. Derlei Extras und Umbauten sind für das Diakoniewerk Bethanien kein Problem. „Wir fertigen Strandkörbe ganz nach Kundenwunsch an“, so der Vorsteher. Nach der Weltausstellung Reformation gehen die Nordkirchen-Strandkörbe dann wieder zurück an die Küsten, in die Gemeinden der jeweiligen Partner. „Natürlich erst, nachdem sie je nach Stärke der Gebrauchsspuren fachgerecht wieder aufgearbeitet worden sind“, sagt Kai Becker.

Aktion wirkt über das Reformationsgedenkjahr hinaus

Angekommen bei den Partnern stehen die Strandkörbe dann vor Ort für weitere öffentlichkeitswirksame Aktionen, als Info-Stand, als besonderer Blickfang, für Angebote am Strand und ähnliche Kooperationen von Tourismus und Kirchengemeinden zur Verfügung. Für diese weitere Nutzung werde es Beratungen und Fortbildungen geben, kündigt Ulrich Schmidt an, Leiter der Projektstelle Weiterentwicklung kirchlicher Arbeit im Tourismus in der Nordkirche und der EKD. „Mit der Aktion ‚Reformation im Strandkorb‘ soll die Zusammenarbeit zwischen den Tourismusverwaltungen und den Kirchengemeinden gestärkt und zugleich für den Norden geworben werden.“ Die Ausstellung in Wittenberg sei der ideale Ort dafür, da dort mehr als 1,2 Millionen vor allem einheimische aber auch internationale Besuchende erwartet werden. „Die 32 in Wittenberg aufgestellten Strandkörbe werden ein ungewohntes und eindrückliches Bild ergeben, das den Gästen in Erinnerung bleiben wird“, ist sich Ulrich Schmidt sicher. Die Strandkörbe werden während der Ausstellung Ruheorte sein, die zum Innehalten einladen, zum Plaudern, Auftanken und dazu, sich über den Norden zu informieren.

Probesitzen auf dem Marktplatz

Die Teilnehmenden des Fachkongresses Kirche und Tourismus im Norden hatten auf dem Wismarer Marktplatz die Gelegenheit, den ersten fertigen Nordkirchen-Strandkorb in Augenschein zu nehmen und schon mal Probe zu sitzen. Auch der Greifswalder Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit, der am Vormittag einen Fachvortrag zur Urlauberseelsorge hielt, nahm im Strandkorb Platz. „Die Verbindung von Tourismus und Gemeindearbeit ist von höchster Relevanz“, sagte der Bischof und bezeichnete Tourismus als Bereicherung und Chance für Kirchengemeinden. „Urlauberseelsorge und die Arbeit in den Ortsgemeinden befruchten sich gegenseitig.“ Das Interesse von Touristen an Kirche und kirchlichen Angeboten sei riesig. Dabei kämen Urlauber zu Konzerten, Ausstellungen und anderen kulturellen Angeboten der Kirchengemeinden, aber auch in die Gottesdienste, für die ihnen sonst im Alltag oft keine Zeit oder Kraft bleibe.

Quelle: PEK (sk)



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