Bildungs- und Begegnungszentrum Rund 2,1 Millionen Euro Fördermittel für Schweriner Wichernsaal
Foto: Jacqueline Mehnke
Der 1893 errichtete Wichernsaal des Diakonischen Werks in der Schweriner Apothekerstraße 48 wird voraussichtlich ab Frühjahr 2018 für etwa drei Millionen Euro restauriert und zu einem behindertengerechten Bildungs- und Begegnungszentrum umgestaltet. Dafür übergab Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) einen Zuwendungsbescheid in Höhe von rund 2,1 Millionen Euro aus dem EU-Fonds für regionale Entwicklung.
Den Anteil der nationalen Mit-Finanzierung trägt die Diakonie nach eigenen Angaben aus kirchlichen Mitteln. Neben dem multifunktionalen Saal entstehen Seminar-, Umkleide-, Technik- und Sanitärräume. Der renovierte Wichernsaal mit seinen fast 1.000 Quadratmetern wird 200 bis 250 Personen Platz bieten. Die Baumaßnahme soll etwa eineinhalb Jahre dauern.
Das stark gefährdete Gebäude ist seit über 20 Jahren ungenutzt und verfällt zusehends, sagte Diakonie-Landespastor Martin Scriba. Es gebe bereits viele Interessenten, die den Saal danach nutzen wollen. Dazu gehörten Tanzschulen, Kitas, Kirchengemeinden sowie Kirchen- und Posaunenchöre. Deshalb mache er sich keine Sorgen, dass der Raum künftig nicht ausgelastet sein könnte.
Das Gebäude soll wieder seine ursprüngliche Bestimmung als Vereinshaus erhalten. Der Wichernsaal wurde früher unter anderem für Synoden und Tagungen der mecklenburgischen Landeskirche oder zeitweilig als Probenraum des Sinfonieorchesters des Mecklenburgischen Staatstheaters genutzt. Das Gebäude gilt nach Angaben von Scriba als geschichtlich wertvolles Denkmal. Ende des 19. Jahrhunderts habe es mehrere Säle in Schwerin gegeben, die für Tanz und Ähnliches zur Verfügung standen. Nur der Wichernsaal sei davon noch erhalten.
Nach Angaben von Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) gibt es in Schwerin derzeit nur Säle, die meist viel kleiner oder viel größer sind als der Wichernsaal. Ein Raum mit einer solchen Größe wie der Wichernsaal fehle. Die Stadtvertretung hatte der Sanierung des Gebäudes als einem wichtigen Baustein zur integrativen Stadtentwicklung zugestimmt. Er verspreche sich von der Realisierung des Bauvorhabens auch Impulse für das lebendige Miteinander der Schweriner, sagte das Stadtoberhaupt.
Quelle: epd