Erinnerungs-, Kultur- und Bildungsstätte Sanierte Synagoge in Stavenhagen wird 2016 wiedereröffnet

14.10.2015 · Stavenhagen.

Die vor knapp drei Jahren gestartete Restaurierung der ehemaligen Synagoge im mecklenburgischen Stavenhagen (bei Neubrandenburg) wird voraussichtlich noch bis zum Frühjahr 2016 andauern. Erst danach soll die feierliche Wiedereröffnung erfolgen, sagte der Geschäftsführer des Vereins "Alte Synagoge Stavenhagen", Robert Kreibig. Derzeit fehlten unter anderem noch der historische Ziegelfußboden, die Empore und ein Stromanschluss. Am Freitag (16. Oktober, 19.30 Uhr) ist in dem Gebäude ein Festkonzert geplant. Musiker des Projekts Mekomot präsentieren zeitgenössische Kompositionen und alte jüdische Gesänge.

Nach Angaben des Vereins sind für die Restaurierung Gesamtkosten in Höhe von 480.000 Euro veranschlagt. Die Stiftung Denkmalschutz stellte über 90.000 Euro zur Verfügung. Die Sanierung startete am 7. Dezember 2012. Künftig soll das Gebäude als Erinnerungs-, Kultur- und Bildungsstätte genutzt werden.

In der Geburtsstadt des Schriftstellers Fritz Reuter hatten sich zwischen 1760 und 1942 eine Reihe jüdischer Bürger niedergelassen. 1820 bestand in Stavenhagen die fünftgrößte jüdische Gemeinde im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin nach Schwerin, Güstrow, Parchim und Waren. Ihre Geschichte endete 1942, als die letzten neun jüdischen Einwohner Stavenhagens deportiert und in Konzentrationslagern umgebracht wurden.

Die ehemalige Synagoge ist ein um 1800 errichteter, frei stehender Ziegelfachwerkbau. In der Reichspogromnacht 1938 blieb er unzerstört. Im März 1939 wurde die Alte Synagoge verkauft und danach als Tischlerwerkstatt genutzt. Seit 1986 war das Gebäude ungenutzt und verfiel. Im Jahr 1997 wurde etwa ein Drittel des ehemaligen jüdischen Bethauses bei Bestandssicherungsmaßnahmen in Verantwortung der Stadt abgebaut und eingelagert.

Quelle: epd