Wort an die Kirchengemeinden der Nordkirche Landesbischof ermutigt: Vorurteilen noch entschlossener entgegentreten
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Landesbischof Gerhard Ulrich hat die 1.025 Kirchengemeinden der Nordkirche ermutigt, nach den Terroranschlägen von Paris Vorurteilen und Gewalt noch entschlossener entgegenzutreten. "Gerade jetzt sollen wir vom Frieden reden und ihn leben", so Ulrich in einem am Sonntag veröffentlichten Wort an die Kirchengemeinden in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.
Nach den Worten des Landesbischofs "liebt die große Mehrheit der Muslime den Frieden ebenso wie wir". Den Terroristen von Paris sei es gleichgültig gewesen, ob sie Christen, Juden oder Muslime töteten. Aus den brutalen Taten fanatisierter Mörder dürfe kein Krieg von Religionen oder Kulturen werden.
Christen würden sich für gerechten Frieden nicht nur hierzulande einsetzen, sondern überall in der Welt. "Daran halten wir fest", betont der evangelische Theologe in dem Schreiben. Ulrich: "Von den schrecklichen Ereignissen in Paris dürfen wir uns nicht dazu verleiten lassen, uns abzuschotten gegen alles Fremde." Vielmehr gelte es, auf die Kraft der Nächstenliebe und der Freiheit zu vertrauen.
Der Landesbischof verweist darauf, dass Bischöfe und Bischöfin sowie die Kirchenleitung den Dienst in den Gemeinden mit Gebeten begleiten. Ulrich: "Sie stehen in einer besonderen Verantwortung - immer dann, wenn Menschen an die Türen Ihrer Gemeinden klopfen in der Hoffnung, Hilfe, Begleitung, menschliche Gemeinschaft und Zuflucht zu finden." Das gelte insbesondere, wenn den Kirchengemeinden Hass und Ablehnung entgegenschlägt, weil sie sich für Schutzsuchende einsetzen.
Christen leben nach Ulrichs Worten aus der Erfahrung, "dass Gottes Wort stärker ist als unsere Furcht". Die Botschaft "Fürchtet euch nicht" könne verhindern, "dass wir zu Gefangenen unserer Angst werden". Sie ermutige sogar zum Handeln, betont der Landesbischof und verweist auf die zahlreichen Flüchtlingsinitiativen in den Kirchengemeinden. Ulrich: "Hier wirkt Gottes Liebe zu allen Menschen ganz konkret in unsere Gegenwart."
Quelle: epd