Rechtsextremismus RAA MV beklagt mutmaßlich rechtsextremen Einschüchterungsversuch

04.11.2015 · Waren (Müritz).

Die Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) Mecklenburg-Vorpommern hat einen mutmaßlich rechtsextremen Einschüchterungsversuch gegenüber einem ihrer Mitarbeiter beklagt. Der Leiter eines vom Land MV finanzierten RAA-Demokratieprojektes sei am vergangenen Wochenende in Schwerin am Rande der Demonstration "Schwerin für alle" namentlich angesprochen und mit den Worten "Wir kennen dich. Du hast auch Familie!" attackiert worden, teilte der Verein am Dienstag mit.

"Die Einschüchterung und Bedrohung von Engagierten durch Rechtsextreme nimmt auch in Mecklenburg-Vorpommern zu", sagte RAA-Geschäftsführer Christian Utpatel. Dies sei in keiner Weise hinzunehmen oder zu verharmlosen. Wer sich für eine lebendige Zivilgesellschaft, für die Integration von Flüchtlingen und gegen Rassismus engagiere, verdiene ebenso wie die Geflüchteten selbst Respekt und Anerkennung "und nicht zuletzt den Schutz der Gesellschaft".

Auch Vorkommnisse dieser Art machten deutlich, dass die Androhung und Anwendung von Gewalt zum alltäglichen Repertoire der Rechtsextremisten in MV gehörten, hieß es. "Wir werden uns hiervon jedoch nicht von unserem entschiedenen Engagement für Vielfalt, Mitmenschlichkeit und eine offene Gesellschaft abhalten lassen", sagte Utpatel.

Der Verein "RAA Mecklenburg-Vorpommern" engagiert sich seit 1999 landesweit für eine demokratische Kultur in Schule und Gemeinwesen und ist unter anderem Träger von zwei Regionalzentren für demokratische Kultur im Nordosten.

Quelle: epd