Entwicklungspolitik Landesbischof Ulrich begrüßt Forschungsprojekt zur Welternährung
11.06.2015 · Kiel.Nordkirchen-Landesbischof Gerhard Ulrich hat den am Mittwoch eröffneten Forschungsschwerpunkt der Kieler Universität zur Welternährung begrüßt. Dabei sollen unter dem Leitthema "Ein Dritter Weg zur Ernährung der Einen Welt" Lösungen für eine ausreichende Ernährung aller Menschen gefunden werden. "Als Christinnen und Christen dürfen wir uns nicht mit dem Skandal abfinden, dass noch immer 805 Millionen Menschen chronisch unterernährt sind", sagte Ulrich in der Christian-Albrechts-Universität.
Nach den Worten Ulrichs "ist die Lebensweise auf dieser Seite der Erde mitverantwortlich für den dramatischen Klimawandel auf der anderen Seite der Erde". Der Landesbischof verwies auf die gravierenden Folgen für Afrika, einen "ohnehin schon von Armut gebeutelten Kontinent".
Das Evangelische Studienwerk Villigst fördert den Kieler Promotionsschwerpunkt über sieben Jahre mit 20 Forschungsstipendien. Dabei soll die Ökoeffizienz der Landwirtschaft in armen Ländern Afrikas und Lateinamerikas erforscht werden. Untersucht werden soll auch, ob es Kompromisslösungen zwischen hochintensiver Bewirtschaftung und ökologischem Landbau gibt, um möglichst wenig umweltschädliche Emissionen zu erzeugen. Zugleich sollen technische Probleme, menschliche Faktoren und ethische Fragestellungen berücksichtigt werden.
Der Landesbischof berichtete von einem kirchlichen Landwirtschaftsprojekt, das er bei einem Besuch 2014 in der Pare-Diözese in Tansania, Partnerkirche der Nordkirche, kennenlernte. Dort werden Kleinbauern mit dem Anbau und der Verwertung von Amaranth vertraut gemacht, einer lange vergessenen Kulturpflanze. Ihre getreideähnlichen und nahrhaften Früchte werden vor Ort verarbeitet und unter anderem an Kindergärten und Schulen geliefert. Die Folgen von Mangelernährung gehen meist in kurzer Zeit zurück.
Quelle: epd