"Mut gegen rechte Gewalt" Hardy Krüger warb in Schwerin für Projekte gegen Rechts
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Der Schauspieler Hardy Krüger (87) hat am Wochenende in Schwerin um Unterstützung für Projekte gegen Rechtsextremismus geworben. Dazu gehöre auch "das persönliche Engagement für die Demokratie und gegen Ausländerfeindlichkeit". Man dürfe nicht zulassen, dass Kinder Juden für Verbrecher halten, sagte der international erfolgreiche Schauspieler. Jeder Mensch, der in Not ist, müsse in Deutschland Aufnahme finden. Konkret warb er dafür, die Spendenkampagne für die Aktion "Mut gegen rechte Gewalt" der Amadeu-Antonio-Stiftung (Berlin) zu unterstützen.
Im Blick auf die 2016 anstehenden Landtagswahlen in MV sagte Krüger, die NPD müsse endlich aus dem Landesparlament herausgewählt werden: "Jeder muss Standpunkt beziehen und wählen gehen." Außerdem komme es darauf an, dass beispielsweise Segelfliegerklubs, Ruderklubs, Tanzschulen oder andere Vereine verstärkt an die Öffentlichkeit treten, um das Interesse junger Menschen für ein "ganz neues Freizeitgefühl" zu wecken. Dies sei wichtig, damit Jugendliche nicht in die Arme von Neonazis fielen.
Die Vorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung, Anetta Kahane, sagte, ein NPD-Verbot schaffe das Problem des Rechtsextremismus nicht ab. "Völkische Siedler" seien gerade in MV "ein echtes Problem". Ganze Familien hinterließen "ihre Duftmarke" in Kitas, Schulen und anderswo. "Wir müssen da sehr aufmerksam sein."
Es gebe im Nordosten einen großen Bedarf an Fortbildung im Umgang mit möglichen rechtsextremen Familien, sagte Kahane weiter. Dies gelte für Kitas ebenso wie für Ämter. Dies gelte aber auch für den Umgang mit Flüchtlingen. Sie würde sich freuen, wenn Bund und Land noch mehr Gelder für das Engagement gegen Rechts bereitstellten. Auch müssten Polizei und Justiz rechtsextreme Straftaten noch mehr verfolgen.
Das Gespräch in der Landeshauptstadt von MV war nach Angaben der Schweriner Stadtverwaltung Auftakt für eine Rathaus-Tour gegen rechte Gewalt und menschenverachtende Einstellungen in ganz Deutschland im Vorfeld der Landtagswahlen 2016. Mit seiner Initiative "Gemeinsam gegen rechte Gewalt" will Hardy Krüger auf die aktuellen neonazistischen Gefahren hinweisen.
Nach seinen Worten verfolgt der Schauspieler Neonazis "mit seiner Wut", seit die Synagoge in Köln 1957 mit Hakenkreuzen beschmiert worden war. Das Projekt "Gemeinsam gegen rechte Gewalt" wurde im Frühjahr 2013 von Hardy Krüger, Dieter Hallervorden, Hark Bohm und Klaus Bednarz in Hamburg ins Leben gerufen.
Quelle: epd