Universität Greifswald Greifswalder Bachwoche besorgt über geplante Instituts-Schließung
12.06.2015 · Greifswald.Die Greifswalder Bachwoche zeigt sich besorgt über die für 2017 vorgeschlagenen Kürzungen im Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft der Universität Greifswald. Ohne die künstlerische, wissenschaftliche und organisatorische Mitwirkung des Instituts sei eine musikalische Großveranstaltung wie die Bachwoche nicht zu bewältigen, sagte Pressesprecher Reinhard Lampe. Insofern berührten die geplanten Stellenstreichungen auch die langfristige Arbeit des bekannten "Festivals Geistlicher Musik im Norden", das mit jährlich rund 10.000 Besuchern zu den großen Kulturereignissen des Landes zählt.
Unmittelbar vor Beginn der 69. Greifswalder Bachwoche "Königsmusik" am Montag (15. Juni) waren Pläne bekanntgeworden, die Professur für Musikwissenschaft nicht wieder zu besetzen und den Studiengang Musikwissenschaft zum Ende des Sommersemesters 2017 zu schließen. Anlass dafür ist die zu diesem Zeitpunkt anstehende Emeritierung des Lehrstuhlinhabers Walter Werbeck. Über die Pläne soll schon in einer Sitzung der Philosophischen Fakultät am 24. Juni abgestimmt werden.
Bereits zu Begin der Woche hatten Mitarbeitende und Studierende der Musikwissenschaft gegen die Pläne protestiert und die Universität aufgefordert, das Institut in seiner bisherigen Ausstattung in Greifswald zu erhalten. "Die Struktur einer Fakultät sollte primär von ihren inhaltlichen, methodischen und perspektivischen Möglichkeiten bestimmt werden, nicht aber von lediglich biologisch fundierten ökonomischen Entscheidungen", hieß es in einer gemeinsam verfassten Erklärung. Der Greifswalder Bachelorstudiengang Musikwissenschaft ist der einzige grundständige musikwissenschaftliche Studiengang in Mecklenburg-Vorpommern.
Trägerin der Greifswalder Bachwoche ist die Nordkirche satzungsgemäß in Kooperation mit der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald sowie mit Unterstützung des Landes, der Hansestadt Greifswald und dem pommerschen Kirchenkreis.
Quelle: epd