Tischrede beim Dreikönigsverein Neubrandenburg Landesbischof Ulrich würdigt Sternsinger und Dreikönigsverein

07.01.2015 · Schwerin/Neubrandenburg.

„Gutes zu tun und das Beste zu suchen, damit unsere Kirche und unsere Gesellschaft allen Menschen dient und vor allem für die Schwachen Hilfe schafft“ – dazu ermutigte Landesbischof Gerhard Ulrich am Dienstag (6. Januar) die Ehrengäste des Dreikönigsvereins Neubrandenburg e.V. Bei einem Festessen in der Vier-Tore-Stadt, zu dem der Verein auch Bürgerinnen und Bürger eingeladen hatte, die sich in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft engagieren, hielt der Landesbischof der Nordkirche die Tischrede.

Gerhard Ulrich würdigte das Engagement der Sternsinger, „die überall durchs Land ziehen in diesen Tagen und den Segen Christi in die Häuser bringen“ ebenso wie den Einsatz der Mitglieder und Förderer des Dreikönigsvereins für karitative Arbeitsbereiche und Projekte in der Region. Er erinnerte auch daran, dass der 6. Januar in der evangelischen Kirche als Epiphaniasfest – das Fest der Erscheinung Jesu Christi vor aller Welt – gefeiert werde: „Gott leuchtet mit seinem Licht – Christus – hinein in unsere Welt.“ Die Weisen hätten sich von dem Licht, das ihnen aufgegangen sei, in Bewegung setzen lassen: „Fremde von weit her, Heiden, folgen dem Zeichen und zeigen uns, wo es lang geht.“

Zugleich werde daran deutlich, dass Weisheit und Glaube, Verstehen und Vertrauen keine Gegensätze seien, so der Landesbischof: „Da, im Stall von Bethlehem, nicht in den Palästen der Welt, wird der Glaube zur Gewissheit, führt er zur Entdeckung neuen Lebens. Gott zeigt sich, lässt sich finden von denen, die nach ihm suchen und fragen, die sich auf den Weg machen, sich von seinem Licht anziehen lassen.“

In der Schilderung des Besuchs der Weisen bei dem neugeborenen Jesus würden die Mächtigen und die Ärmsten der Armen zusammenstehen: „Gott durchbricht die Trennungen; er führt zusammen, was zusammengehört! Da ist kein Unterschied vor diesem Gott zwischen denen da oben und denen hier unten. Weil er selbst in die Mitte rückt.“

Dass sich die Weisen im biblischen Bericht weigern, das Neugeborene an den machtdurstigen König Herodes zu verraten, sei auch eine „Widerstandsgeschichte des Glaubens“, so Ulrich: „Der Gehorsam gegen Gott führt dann und wann in den Ungehorsam gegen die Macht der Welt; schickt auf einen ganz anderen Weg als gefordert: den Weg der Liebe, der Vergebung, des Friedens.“

Quelle: Nordkirche