Gesundheitsminister soll Akton stoppen Patientenschützer gegen Zuschüsse für Apple Watch

09.08.2015 · Osnabrück/Schwerin.

Patientenschützer haben scharfe Kritik an den geplanten Zuschüssen der AOK Nordost für Fitness-Messgeräte wie die Apple Watch geübt. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) müsse dieses Marketing der AOK Nordost sofort stoppen, forderte Vorstand Eugen Brysch in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitagausgabe). "Die Zwangsbeiträge der Versicherten sind für die Solidargemeinschaft da, nicht für Werbe-Strategen der Kassen und Apple-Jünger." Die AOK Nordost ist in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg tätig.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz kritisierte, alte, chronisch-kranke und pflegebedürftige Menschen hätten bei der Förderung der elektronischen Fitnessmesser das Nachsehen. "Auf der einen Seite gesund, dynamisch und profitabel - das sind der AOK die liebsten Kunden", erklärte Brysch. "Alt, krank und teuer - diese Mitglieder sind eher unerwünscht."

Wer bei der Subventionierung der elektronischen Fitnessmesser nicht mitmachen könne, sei der Verlierer. Nicht nur Apple mache mit der Aktion gute Geschäfte, sondern auch die Industrie, die sich allzu gerne den gläsernen Kunden wünsche. Doch wenn bestimmte Patientengruppen der Norm nicht entsprächen, hätten sie das Nachsehen. "Die schöne neue Welt hat dann dunkle Schatten", kritisierte Brysch.

Quelle: epd