Stiftungen engagieren sich für Klosterkirche Rühn Wertvoller Altar wird bis Herbst restauriert

Restaurator Heiko Brandner erläutert sein Vorgehen bei den Arbeiten am Altar

Foto: Nordkirche/D. Möller

22.04.2015 · Rühn/Bützow.

Er gilt als eines der Hauptwerke der Malerei am Güstrower Hofe und ist das bedeutendste Werk des niederländischen Hofmalers Cornelius Krommeny: der Altar in der Klosterkirche Rühn (Landkreis Rostock), die zur Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Baumgarten gehört. Jetzt kann das wertvolle Ausstattungsstück mit Hilfe der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der OstseeSparkasse Rostock, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Stiftung „Kirchliches Bauen in Mecklenburg“, dem Denkmalfond der Nordkirche sowie Eigenmitteln der Kirchengemeinde für rund 50.000 Euro umfassend restauriert werden.

Im Vorjahr besuchten rund 15.000 Touristen das Kloster Rühn nahe Bützow – Tendenz steigend. Im Zentrum des Interesses steht der im 16. Jahrhundert gestaltete Altarraum, der angesichts des schlicht gestalteten Innenraumes sofort ins Auge fällt. In der Mitte des Altars ist die Abendmahlsszene dargestellt. Auf den beiden Seitenflügeln finden sich die Porträts von Ulrich I. (1527-1603), Herzog von Mecklenburg-Güstrow, und seiner Frau, der Herzogin Elisabeth von Dänemark und Norwegen (1524 – 1586).

Geschichtlicher Hintergrund: Der Herzog übertrug 1575 die bischöflichen Rechte in Rühn seiner Frau, so dass der Altar sich als Stifterurkunde des reformatorischen Wandels in Rühn präsentiert. Zwei Jahrzehnte später hat Elisabeth die ehemalige Zisterze Rühn in ein adliges Stift umgewandelt und 1581 für Rühn eine neue Klosterordnung erstellt, die Herzog Ulrich 1584 bestätigte.

Die Gemälde auf dem Altar stammen von Cornelius Krommeny aus den Niederlanden. Die Bilder des Hofmalers gelten als besonders wertvolle und bemerkenswerte Kunstwerke, die sich mit anderen bedeutenden Kunstwerken dieser Zeit messen lassen können. Für Mecklenburg stellen die Bilder einen innovativen Höhepunkt der Renaissancemalerei dar. Vergleichbare Altaraufsätze lassen sich erst mehr als ein Jahrzehnt später in strukturell vergleichbaren Regionen Norddeutschlands finden, so Kunstgeschichtler.

Seit der letzten Sicherungsmaßnahme an dem wertvollen Altar sind mehr als zehn Jahre vergangen. „Abgelöste und verschmutzte Malschichten zeigten an, dass hier dringend etwas zu tun ist“, so Deike Möller vom Baudezernat der Nordkirche. Die Restaurierung soll Ende April beginnen. Instand gesetzt werden bis Oktober dieses Jahres ebenso die Rahmenkonstruktion und die Skulpturen der Kreuzigungsgruppe, die im Jahr 2004 nicht angefasst wurden.

„Endlich können die Bildwerke und der Rahmenaufbau umfassend restauriert werden“, freut sich Deike Möller. Die Farbfassungen der Bilder und die Skulpturen würden gereinigt und gefestigt. Möller: „Wo erforderlich und möglich, führen die Restauratoren eine behutsame Retusche durch.“ Darüber hinaus werde die Konstruktion des architektonischen Aufbaus verstärkt und ein Lichtschutz  angebracht, der den Altar der Klosterkirche Rühn künftig vor Sonneneinstrahlung schützen werde.

Quelle: Nordkirche (cme/dmö)



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