"Kulturelles und kirchliches Problem" Dänische Bischöfin: Bibelwissen "verwelkt"

11.09.2014 · Kiel.

Die dänische Bischöfin Marianne Christiansen hat einen Bedeutungsverlust der Bibel in der Gesellschaft beklagt. "In Dänemark ist die Bibel zu einem schmückenden, aber stets verschlossenem Buch verkommen", sagte die evangelisch-lutherische Theologin am Mittwoch vor der in Kiel tagenden Synode des Kirchenkreises Altholstein. Der schulische Unterricht gewährleiste hier keine Wissensvermittlung mehr, "das bibelhistorische Wissen ist quasi verwelkt".

So habe in der Abiturklasse ihrer Tochter nur sie gewusst, wer David und Goliath sind, sagte Christiansen. Dies sei ein kulturelles und kirchliches Problem. "Wenn wir die Schrift loslassen, wird der christliche Glaube zu einem Gefühl und zu einer zwischenmenschlichen Abhängigkeit in Glaubensangelegenheiten", so die Theologin. Der Glaube verkomme zu einem "losgelösten Coaching". Nach Christiansens Angaben sind immer noch 80 Prozent der dänischen Bevölkerung Kirchenmitglieder. Der regelmäßige Kirchgang werde aber nur noch von 13 Prozent der Mitglieder wahrgenommen.

Christiansen ist seit 2013 Bischöfin im lutherischen Bistum Harderslev in der Dänischen Volkskirche. In Schleswig-Holstein gehören 50 Prozent der Bevölkerung der evangelischen Kirche an.

Quelle: epd