Der Beginn eines Marsches zur Freiheit Ex-US-Außenminister: Schneller Zusammenbruch der DDR hat überrascht

10.10.2014 · Leipzig.

Der ehemalige US-Außenminister James Baker hat die Demonstranten gewürdigt, die maßgeblich zum Ende der DDR beigetragen haben. Am Jahrestag der entscheidenden Montagsdemonstration vom 9. Oktober 1989 sagte Baker in Leipzig, das damalige Ereignis sei "der Beginn eines Marsches zur Freiheit" gewesen, der danach nicht mehr zu stoppen gewesen sei. Trotzdem habe ihn der schnelle Zusammenbruch der DDR, der einen Monat später mit dem Fall der Mauer abzusehen war, damals überrascht, betonte Baker, der von Januar 1989 bis 1992 Außenminister der USA war.

Er ergänzte, auch in den USA seien die stetig wachsenden Demonstrationszüge im Herbst 1989 in der DDR besonders aufmerksam beobachtet worden. Die damaligen Demonstranten hätten bewiesen, dass eine Gesellschaft, die nicht von den Bürgern unterstützt wird, nicht existieren könne, betonte der 84-Jährige.

Der US-Botschafter in Deutschland, John B. Emerson, rief die Leipziger dazu auf, stolz auf das 1989 Erreichte zu sein. Der Oktober 1989 habe gezeigt, dass Veränderung nicht von oben kommen müsse, sondern von der Basis kommen könne. Die Leipziger seien mutig für ihre Werte auf die Straße gegangen. "Und diese Art des Mutes sollte gefeiert werden", sagte er.

Quelle: epd