17.10.2014 · Erfurt.

Die Präses der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Irmgard Schwaetzer, hat Christen und Kirchen zu mehr Engagement in der Gesellschaft ermutigt. "Christen haben den Auftrag, sich politisch einzumischen", sagte Schwaetzer in Erfurt. Sie widersprach damit dem Vizepräsidenten des EKD-Kirchenamtes, Thies Gundlach, der sich jüngst gegen zuviel politische Einmischung durch die evangelische Kirche ausgesprochen hatte.

Aus dem Evangelium erwachse für Christinnen und Christen der Auftrag, die Bedingungen des Zusammenlebens in unserer Gesellschaft mitzugestalten, betonte die Präses. "Ich würde uns Christen nicht Bundesagentur für Werte nennen wollen. Ich meine aber, mit unseren Werten sind wir das Rückrat unserer Gesellschaft." Deshalb seien Christen als Bürger dieser Gesellschaft beauftragt, sich politisch einzubringen.

"Warum sollen wir uns nicht einmischen, nur weil es Atheisten oder auch Kirchenschwestern und Kirchenbrüder nicht ertragen?" fragte Schwaetzer. Dabei müsse jedoch deutlich werden, dass Christen keine Unternehmer und auch keine Partei oder Lobbyisten seien, "sondern getragen vom Neuen Testament". Kirche agiere immanent politisch durch ihre Repräsentanten. Aber um gehört zu werden, müsse sie ihre Mauern verlassen und zu den Menschen gehen, fügte die EKD-Präses hinzu.

Quelle: epd