Grundlagenpapier zur Reformation Kirchenhistoriker Leppin verteidigt EKD-Text zur Rechtfertigungslehre

06.06.2014 · Stuttgart.

Der Tübinger Kirchenhistoriker Volker Leppin hat das Grundlagenpapier "Rechtfertigung und Freiheit" der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gegen Kritik verteidigt. "Was sonst soll man in den Mittelpunkt stellen, wenn nicht die Theologie?", sagte er am Mittwochabend in Stuttgart. Der Mitte Mai vorgestellte Text behandelt die theologischen Grundlagen der Reformation, darunter Martin Luthers Rechtfertigungslehre. Historiker hatten daraufhin kritisiert, die EKD vernachlässige die politischen und gesellschaftlichen Wirkungen der damaligen Umwälzungen.

Heute könne man sich nur noch schwer vorstellen, wie stark sich im Studierzimmer entstandene theologische Gedanken im 16. Jahrhundert auf die politische Geschichte ausgewirkt hätten, sagte Leppin. Der Theologe, der selbst an der Erarbeitung des EKD-Papiers mitgewirkt hatte, äußerte sich bei der Vorstellung eines theologischen Kurses der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Darin soll erklärt werden, was die Kirche beim Reformationsjubiläum 2017 feiert.

Quelle: epd