Ein Netz, das auffängt 20 Jahre Ökumenische Telefonseelsorge Vorpommern

22.06.2014 · Barth. Als ein „Netz, das auffängt, wenn die Netze von Dorfgemeinschaft, Nachbarschaft, Familie oder auch Kirchengemeinde weniger tragen“, hat der Vertreter des Erzbistums Berlin, Pfarrer Olaf Polossek (Zinnowitz), die Ökumenische Telefonseelsorge Vorpommern bezeichnet. Am Sonnabend feierte sie im Barther Bibelzentrum ihr 20jähriges Jubiläum.

Die Telefonseelsorge ist unter der Beratungsnummer 0800/1110111 und 0800/1110222 zu erreichen. Polossek dankte allen, die sich in diesem Dienst in der Anonymität beteiligen und ermutigte, sich ehrenamtlich zu engagieren: „Es wäre wünschenswert, wenn viele in ihrem Nahbereich den Ruf hören und ihm folgen, ihren Mitmenschen zuzuhören und ihnen beizustehen.“

In seinem Grußwort sagte Ralf Drescher, Landrat des Kreises Vorpommern-Rügen: „Das Jubiläum bedeutet 20 Jahre ehrenamtliche Arbeit im anonymen Bereich. Ein guter Anlass allen Telefonseelsorgerinnen und Telefonseelsorgern herzlich zu danken. Ich freue mich, dass Sie dieses Jubiläum in unserem Landkreis an einem besonderen Ort, dem Bibelzentrum in Barth, feiern.“

Mehr als 10.000 Anrufe pro Jahr

In der Ökumenischen Telefonseelsorge Vorpommern arbeiten zur Zeit fast 50 Frauen und Männer ehrenamtlich mit und nehmen pro Jahr mehr als 10.000 Anrufe an. Sie beraten in der Anonymität am Telefon Menschen in schwierigen Lebenslagen und versuchen mit Ihnen einen Weg aus der Krise zu finden. „Zuhören, wenn all das Schwere mal ausgesprochen werden muss, wenn ein Gegenüber notwendig ist, das keine Ratschläge gibt, sondern einfach eine Wegstrecke mitgeht – das ist die Aufgabe unserer Ehrenamtlichen,“ sagte Annerose Neumann, Leiterin der Telefonseelsorge.

Zum Jubiläum waren alle bisherigen Leiterinnen und Leiter der Telefonseelsorge angereist, darunter auch Pastorin Ursula Wegmann aus Hamburg, die die Arbeit 1994 als erste Leiterin mitbegründet hat.

Nächste Ausbildung beginnt im Oktober

„Anderen zu helfen geht in der Telefonseelsorge nicht ohne Ausbildung. Und - wer am Telefon Dienst tun möchte, muss ein hohes Maß an Kontaktfähigkeit mitbringen, um mit fremden Menschen ins Gespräch zu kommen“ sagt Annerose Neumann. Deshalb erhalten die Bewerberinnen und Bewerber für die Beratungstätigkeit am Telefon eine fundierte Ausbildung mit den Schwerpunkten Selbsterfahrung, Gesprächsführung, Sachinformation etwa über Sucht, Missbrauch, Depression. Die nächste Ausbildung beginnt im Oktober. Weitere Informationen finden Sie hier.

Die Ökumenische Telefonseelsorge Vorpommern wird getragen von Erzbistum Berlin, dem Caritasverband für das Erzbistum Berlin – Region Vorpommern, dem Diakonischen Werk Mecklenburg-Vorpommern sowie vom Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis.

Quelle: Ökumenische TelefonSeelsorge Vorpommern



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