Ökumene Katholischer Institutsdirektor kritisiert Reformationspapier der EKD
04.07.2014 · Bielefeld/Paderborn.Die Diskussion über das Reformationspapier der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) reißt nicht ab. Der Text sei "eine wohlbegründete Absage an die mit der katholischen Kirche geführten ökumenischen Gespräche der letzten Jahrzehnte", sagte der Direktor des Paderborner Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik, Wolfgang Thönissen, der in Bielefeld erscheinenden "Neuen Westfälischen". Die katholische Kirche solle darüber nachdenken, ob sie nicht alle Einladungen zu gemeinsamen Feiern zum Reformationjubiläum zurückweisen müsse.
Der Theologe wirft den Autoren des EKD-Papiers vor, zentrale Einsichten der Reformatoren "für eine protestantische Orientierung unhistorisch zu instrumentalisieren". Das Papier falle deutlich hinter die gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre im Jahr 1999 zurück.
Das Papier zur Reformation hat eine Debatte unter Theologen der katholischen und evangelischen Kirchen ausgelöst. Der frühere vatikanische "Ökumeneminister" Kardinal Walter Kasper vermisste eine Würdigung der 1999 unterzeichneten Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre von Lutheranern und Katholiken. Der Göttinger Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann kritisierte eine "Entpolitisierung und Redogmatisierung" der Reformationsgeschichte. EKD-Synodenpräses Irmgard Schwaetzer hingegen verteidigte das Papier. Aufgabe sei eine grundlegenden Reflexion zu den Themen des Reformationsjubiläums , um so zur innerkirchlichen Verständigung über Sinn und Ziel des Jubiläums beizutragen.
Das 112-seitige Papier war Mitte Mai vorgestellt worden. Darin benennt die EKD die theologischen Grundlagen der durch Martin Luther (1483-1546) eingeleiteten Reformation, vor allem die Rechtfertigungslehre.
Quelle: epd