Rechtsextremismus Gedenkort für NSU-Opfer in Rostock eingeweiht
26.02.2014 · Rostock.In Rostock ist am Dienstag ein Gedenkort zur Erinnerung an das mutmaßliche NSU-Opfer Mehmet Turgut eingeweiht worden. An der Gedenkveranstaltung am Neudierkower Weg nahmen auch seine Brüder Mustafa und Yunus Turgut teil. Der Türke Mehmet Turgut war am 25. Februar 2004 im Alter von 25 Jahren an einem Döner-Imbiss im Rostocker Ortsteil Toitenwinkel mit drei Kopfschüssen ermordet worden.
Am Tatort im Neudierkower Weg sind nun zwei aus Beton gegossene, benutzbare Bänke errichtet worden, die der Künstler Tobias-David Albert (Leipzig) entworfen hat. Sie sollen menschliche Begegnung symbolisieren und zum Nachdenken anregen. Herzstück der Arbeit sind den Angaben zufolge zwei in die Rückenlehnen eingelassene Tafeln mit einem Gedenktext in Deutsch und Türkisch. Bereits in der vergangenen Woche war im Rostocker Rathaus die Wanderausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" eröffnet worden.
Im November 2011 war bekanntgeworden, dass die dreiköpfige rechtsextreme NSU-Terrorzelle aus dem sächsischen Zwickau zwischen 2000 und 2007 mindestens zehn Menschen ermordet und bei zwei Bombenanschlägen zahlreiche Menschen verletzt haben soll. Auch die Ermordung von Mehmet Turgut und zwei Banküberfälle 2006 und 2007 in Stralsund sollen mutmaßlich von den Rechtsextremisten begangen worden sein.
Quelle: epd