Ost-West-Konferenz Kirche und Rechtsextremismus Nordkirchen-Präses würdigt Widerstand der Gemeinden gegen Rechts

Dr. Andreas Tietze (Archivbild)

© kirche-mv.de/D. Vogel

30.11.2013 · Salem.

Der Synodenpräses der Nordkirche, Andreas Tietze, hat die Kirchengemeinden in Mecklenburg und Pommern für ihren Widerstand gegen den Rechtsextremismus gewürdigt. "Unsere Nordkirche muss Motor dafür sein, unsere Zivilgesellschaft zu stärken", sagte Tietze zu Beginn der dritten Ost-West-Konferenz der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus am Freitag in Salem bei Malchin (Kreis Mecklenburgische Seenplatte). Die Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern seien "vorbildlich Bollwerke gegen Rassismus und Rechtsextremismus im ländlichen Raum".

Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) begrüßte es, dass sich Menschen aktiv für das demokratische Gemeinwesen einsetzen. Es sei notwendig, ganz klar Stellung gegen jede Form von Diskriminierung zu beziehen. Kuder: "Hier fängt Nächstenliebe an." Vor allem Kinder und Jugendliche müssten Demokratie schon früh im täglichen Umgang miteinander leben.

Tietze forderte das Eingeständnis, dass Deutschland eine "rassistische Gesellschaft" sei. Alltagsrassismus, Islamophobie, Antisemitismus und Angst vor Armutsflüchtlingen seien Ausdruck einer zutiefst verunsicherten Gesellschaft, die mit der Globalisierung nur schlecht zurechtkomme. Dies zu ändern, sei eine gesellschaftliche Aufgabe. "Rassismus beginnt im Kopf - Offenheit auch", sagte der Vorsitzende des norddeutschen Kirchenparlaments und forderte, Projekte gegen Alltagsrassismus angemessen zu fördern. Sie leisteten Aufklärung, Prävention, Demokratieförderung und Opferhilfe.

Noch bis Sonnabend beschäftigt sich die Tagung mit ihren rund 100 Teilnehmern aus Kirche und Zivilgesellschaft mit christlichem Engagement gegen Rechtsextremismus. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit Rassismus und Rechtsextremismus in ländlichen Regionen. Hintergrund sind die aktuellen Mobilisierungen gegen Flüchtlinge und Asylbewerberheime. Themen der Vorträge und Workshops sind unter anderem konkrete Unterstützung für Flüchtlingen und der Aufbau einer Willkommenskultur vor Ort. Geplant sind auch Workshops zu Blockade-Aktionen gegen Neonazi-Aufmärsche.

Quelle: epd



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