Unsere Kirchen

Fünf Kirchen gehören zu unserer Kirchengemeinde. Die Älteste und historisch bedeutenste ist die Klosterkirche St. Maria (und ursprünglich auch St. Johannis) im Sonnenkamp. Sie gehörte einst zu dem ältesten Nonnenkloster Mecklenburgs. Doch auch unsere Dorfkirchen sind wahre Schätze. Hier erhalten erhalten Sie einen Einblick und Hintergrundinformationen über die einzelnen Kirchen. 

 

In den Sommermonaten sind unsere Kirchen in Neukloster, Groß Tessin und Zurow tagsüber für Besichtigungen und zur Einkehr geöffnet. 

Wenn Sie die Kirche in Bäbelin oder Passee besuchen möchten, melden Sie sich bitte im Vorfeld, oder versuchen Sie es bei den Nachbarn.

Klosterkirche St. Maria im Sonnenkamp

Geschichte 1210 wurde südöstlich von Kröpelin – in Parchow, damals noch Parkow – das erste Nonnenkloster Mecklenburgs gegründet: Das Campus solis (Sonnenfeld bzw. Sonnenkamp).

Doch nur wenige Jahre später, 1219, wurde es an seinen jetzigen Standort, damals in die Nähe der Slawenburg Kuzcin, verlegt. Das zur Burg gehörige Dorf trug fortan den Namen des neu angesiedelten Klosters, Sonnenkamp, wobei sich schon bald ein anderer Name durchsetzen sollte: Neukloster.

 

Aus welchem Mutterkloster die Nonnen zunächst nach Parchow, später nach Kuzcin übersiedelten, ist ungewiss. Ebenso, ob das Kloster bei der Gründung dem Orden der Benediktiner angehörte, oder schon damals dem Reformorden der Zisterzienser (die ebenfalls nach der sogenannten Benediktinerregel leben).

Bereits im Jahr der Gründung begann man mit dem Bau der Klosterkirche. Sie wurde der Gottesmutter Maria und dem Evangelisten Johannes geweiht. In nur 21 Jahren vollendete man den Bau – einer für damalige Verhältnisse sehr kurzen Bauzeit. Sie ist somit eines der ältesten erhaltenen steinernen Bauten im Land: spätromanisch begonnen und frühgotisch fertiggestellt. Bis zum Ende des 13. Jahrhunderts war denn auch ein Großteil der weitläufigen Klosteranlage fertiggestellt. Möglich wurde dies wohl auch durch den Wohlstand des Klosters, der auf zahlreichen Schenkungen an Territorien und Einkünften gründete.

Das Kloster diente neben dem Ausbau der Kirchenorganisation auch der Sicherung der Fürstlichen Territorialherrschaft. Eine Klosterschule entstand, zudem pflegten die Nonnen Kranke und beherbergten Durchreisende. Im Spätmittelalter wurden zahlreiche Reliquien im Kloster ausgestellt.

Sechs Jahre, nachdem in Mecklenburg die Reformation eingeführt worden war, wurde das Kloster 1555 aufgelöst. Fortan diente die Anlage als Steinbruch. Im Zuge des 30-jährigen Krieges fiel Neukloster 1648 bis 1803 (bzw. 1903) an Schweden.

Heute ist aus der Anfangszeit des Klosters die Kirche erhalten, sowie die alte Propstei (Fragmente eines Gebäudegiebels), in der der kommunale Kindergarten untergebracht ist.

Kirchenfenster

Der wertvollste Schatz der Klosterkirche sind die mittelalterlichen Glasmalereien, die um 1250 entstanden. Es sind die ältesten und bedeutsamsten Glasmalereien Norddeutschlands. Während des Krieges hatte man sie zum Schutz ausgebaut. Jedoch zerstörten Sowjetische Soldaten einen Großteil der Fenster nach Kriegsende. Die geretteten Stücke setzte man 1950/51 als Dreifenstergruppe im Altarraum neu zusammen. Zu sehen sind die Heiligen Katharina, Magdalena, Elisabeth von Thüringen und die Apostel Matthias und Matthäus.

Dachwerk

Ebenfalls von großer Bedeutung, für die meisten Besucher/innen jedoch nicht zu besichtigen, ist das fast vollständig erhaltene Dachwerk. Es entstand 1244 bzw. 1251 und ist somit eines der größten romanischen in Norddeutschland. Momentan wird der Dachstuhl umfassend saniert.

Marienaltar

Vor der Reformation hatte es in der Klosterkirche mehrere verschiedene Altäre gegeben. Zwei überstanden die Zeit der Reformation und wurden im Nachhinein zu einem Marienaltar zusammengefügt, der sich heute links im Eingangsbereich der Kirche befindet. Die Predella (Untersatz) entstand in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Das obere Retabel wurde um 1500 geschaffen. Im linken Flügel abgebildet ist die Mutter Marias, Anna, mit Maria und dem Jesusknaben. Im rechten Flügel zu sehen sind die Heilige Katharina mit dem Schwert und Kaiser Maxentius zu ihren Füßen, unter dem sie das Martyrium erlitt. Das Zentrum des Altars bildet die Gottesmutter Maria mit Jesuskind, dargestellt als apokalyptische Madonna, auf der Mondsichel stehend und von einem Strahlenkranz umgeben.

Aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammt die Predella – der kleinere Schrein. Im Zentrum stehen vier Szenen aus der Passionsgeschichte: Das Gebet am Ölberg, die Geißelung Jesu, die Dornenkrönung und das Tragen des Kreuzes. Links zu sehen ist die Begegnung von Maria und ihrer Cousine Elisabeth, daneben ein Bischof, der sich nicht mehr identifizieren lässt und Johannes der Täufer auf dem König Herodes stehend, der ihn hinrichten ließ. Rechts von der Passionsgeschichte steht Johannes der Evangelist, dem die Kirche neben Maria geweiht ist. Daneben kniet vermutlich der Apostel Thomas vor dem auferstandenen Christus; rechts außen steht wiederum Katharina von Alexandrien.

Kirche Groß Tessin

Geschichte Die Kirche in Groß Tessin zählt zu den ältesten erhaltenen Kirchen im westlichen Mecklenburg.

Geschichte

Die Kirche in Groß Tessin zählt zu den ältesten erhaltenen Kirchen im westlichen Mecklenburg. Dieses Gebiet wurde ehemals vom Slawenstamm der Obotriten besiedelt, die 1160 durch Heinrich den Löwen unterworfen wurden. Die Kirche wurde zwischen 1298 und 1345 in drei Bauphasen erbaut, nachdem ein Vorgängerbau, womöglich aus Holz, abgerissen worden war. Ursprünglich gehörte die Kirche zum Kloster Rühn bei Bützow, ging 1275 aber in den Besitz des Klosters Sonnenkamp zu Neukloster über. 1588 wurde Groß Tessin evangelisch.

 

Sehenswürdigkeiten

Aus dem 14. Jahrhundert stammt der aus Kalkstein angefertigte Taufstein. Der barocke Kanzelaltar wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts angefertigt. Aus der selben Zeit stammen die Fragmente des Taufengels und einer Heiligenfigur.

 

Die Orgel stand ursprünglich im Kirchensaal des Ludwigsluster Schlosses. Sie wurde 1827 als Geschenk des Kirchenpatrons Großherzog Friedrich Franz I. nach Groß Tessin gebracht und anschließend durch Friedrich Friese restauriert.

 

Drei Glocken hängen im Turm der Kirche. Die Älteste soll schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts gegossen worden sein. Sie trägt die Inschrift: „O REX GLORIAE VENI CUM PACE“ – „O, König der Ehre, komme mit Frieden.“ Der Schriftzug ist spiegelbildlich, auf diese Weise versuchte man im Mittelalter, böse Mächte fernzuhalten. Die kleineren Glocken stammen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts als Ersatz für ihre, zu Rüstungszwecken eingeschmolzenen, Vorgängerinnen.

Kirche Zurow

Geschichte Die Zurower Kirche wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Die Kirche befand sich über viele Jahrhunderte im Patronat der Familien von Stralendorff, bis Berthold von Bülow sie 1637 erwarb.

Der Turm der Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert, der einstige Spitzhelm stürzte jedoch bei einem Brand im 17. Jahrhundert ein und wurde durch ein Satteldach ersetzt.

Im Innenraum sind am Chorgewölbe Malereien aus dem 15. Jahrhundert erhalten. Im Zentrum abgebildet ist Christus als Weltenrichter mit Lilie und Schwert. Zu seiner Linken findet sich ein Bild der Gottesmutter und eines Stralendorffer Ritters. Rechts zu sehen ist ein Bischof und eine Adlige der von Bülows.

Der Schnitzaltar stammt aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Im Zentrum steht die Darstellung einer Marienkrönung. Links davon findet sich eine Figur von Anna Selbdritt, links der Evangelist Johannes. Die Figuren der Apostel schmücken die Flügel, auf deren Rückseite sich die stark beschädigten Darstellungen der Passion finden.

Die Kanzel stammt aus dem 17. Jahrhundert, die Barockorgel der Kirche aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Sie wurde 2010/2011 restauriert.

Kirche Passee

Geschichte Erstmals urkundlich erwähnt wird das Dorf Passee und die Kirche 1317. 

Im 17. Jahrhundert wurde Passee Filialkirche von Kirch Mulsow. In der Mitte des 18. Jahrhundert wurde der Glockenturm neben der Kirche errichtet, der heute jedoch stark beschädigt ist. Aus der selben Zeit stammt die kleinere von ehemals zwei Glocken. Sie hängt heute in einem Behelfsglockenstuhl.

Lange Zeit war die Kirche durch Schäden im Kreuzrippengewölbe einsturzgefährdet. Durch viel Engagement des Fördervereines und vieler Spender/innen kann die Kirche seit 2012 jedoch wieder genutzt werden.

Kirche Bäbelin

Geschichte Bäbelin gehörte bald nach der Gründung des Klosters Sonnenkamp zu Neukloster und blieb bis zur Reformation im 16. Jahrhundert Klosterdorf. 

Quellen zufolge gab es bereits im 14. Jahrhundert eine Kapelle oder Kirche. Das heutige Bauwerk entstand im 15. Jahrhundert. Der einstige Turm wurde im 19. Jahrhundert abgebrochen und durch den Westturm ersetzt. Ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert stammt die neugotische Innenausstattung der Kirche.