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Manuela Schwesig und Frank-Walter Steinmeier in Ducherow zu Gast

Ein Geschenk im Strandkorb

Von Christine Senkbeil

Am Haus der Vereine in Ducherow: Vorsteher Kai Becker (links) und Bewohner des Bethanienstiftes bei der Geschenkübergabe an die Delegation. Strandkorb-Plätze für Steinmeier und Schwesig.
23.06.2019 ǀ Ducherow.  Nicht oft gibt es im kleinen Ducherow Besuch von großen Politikern. Am 6. Juni jedoch verschafften sich Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Raum Anklam einen Überblick über die Zukunft ländlicher Räume – und landeten in einem der Strandkörbe, die Bewohner des Bethanien-Stiftes in Ducherow gefertigt haben.

Es war Peter B., der die Ehre hatte, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig das Gastgeschenk zu übergeben. Schließlich war es in der Diakonie Ducherow angefertigt worden – und Peter B. ist einer der Bewohner dieser Einrichtung für behinderte Menschen. „Sie gehören zu unserem Stadtbild einfach dazu, dann sollen sie auch das Geschenk übergeben“, hatte Bürgermeister Berndt Schubert beschlossen.

"Berührungsängste gab es da keine“

Strahlend übergab er das Geschenk. „Berührungsängste gab es da keine“, sagt Pastor Kai Becker, Vorsteher des Evangelischen Diakoniewerks Bethanien Ducherow. Später durfte Peter B. das große Paket für die Ministerin festhalten, während sie es sich gemeinsam mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Strandkorb bequem machte. Ebenfalls ein Produkt der Bethanien Ducherow. Als ein Helfer nun Peter B. entlasten und ihm das Geschenk abnehmen wollte, lehnte der strikt ab. Nur Frau Schwesig sollte es haben, niemand anderes. Ein liebenswürdiges Lächeln sei durch die Runde gegangen, sagt Kai Becker. Steinmeier und Schwesig hätten sich genau nach dem Stift Ducherow erkundigt, alles über die Strandkorbproduktion des Diakoniewerks wissen wollen. Gerade der Bundespräsident, der unter dem Motto „Land in Sicht – Zukunft ländlicher Räume“ bei der politischen Gemeinde in Ducherow zu Gast war, habe reges Interesse an der Begegnung gezeigt, sagt Kai Becker. „Er hat seine Zeit sogar heillos überzogen.“

Der Bundespräsident bereiste ländlich geprägte Regionen in Deutschland. In Ducherow, Anklam, Rothenklempenow und Fahrenwalde standen die demografische Entwicklung und die wirtschaftlichen Perspektiven im Mittelpunkt. Der Bürgermeister von Ducherow hatte anlässlich des Besuchs die kirchlichen Vertreter des Ortes dazu geladen: den Stiftsvorsteher und die Pastorin. Bei seiner Ankunft hatte es bereits ein Gespräch mit Pastorin Mona Rieg über die Vielzahl der Kirchgebäude und Predigtstätten gegeben. „Auch hier war er interessiert, von den Herausforderungen der peripheren Lage zu erfahren“, sagt Becker.

400 Menschen leben und arbeiten auf dem Gelände des Evangelisches Diakoniewerks Bethanien Ducherow. Zum Werk gehören neben einem Altenpflegeheim und altersgerechten Wohnungen ein Wohnheim und eben die Werkstätten, in denen Menschen mit Behinderung auch den sogenannten „Nordkirchenstrandkorb“ bauen. 2015 standen 16 dieser Exemplare auf dem Kirchentag zum Reformationsjubiläum in der Stadt Wittenberg: in Weiß, Lila, Grün, dem Nordkirchen-Design.

"Nicht mit Körben von der Stange zu vergleichen“

Pro Jahr werden in der Ducherower Einrichtung rund 150 Strandkörbe gebaut. Rund 100 Arbeitsstunden stecken in jedem Einzelnen – von Metallbearbeitung, Näharbeiten, Tischlerarbeiten, Korbflechtarbeiten bis hin zur Endfertigung. Gut 1500 Meter Flechtmaterialien pro Korb werden verarbeitet. „Das ist von der Qualität her nicht mit Körben von der Stange zu vergleichen“, sagt Kai Becker. Die Produktion teilt sich auf mehrere Orte auf. So werden in der Tischlerei Anklam etwa die Holzteile gefertigt, in der Metallwerkstatt Ducherow die Beschläge, in der Näherei die Stoffteile zurecht genäht. Und in Heringsdorf auf Usedom werden die Teile zusammenmontiert.

Insgesamt arbeiten in den Werkstätten des Bethanienwerks fast 330 Menschen mit Behinderung, etwa 40 von ihnen an den Strandkörben. 1500 Euro kostet ein einzelnes Möbelstück.

Quelle: Mecklenburgische und Pommersche Kirchenzeitung Nr. 25/2019

Bestellbar sind die Strandkörbe in verschiedenen Farben beim Evangelischen Diakoniewerk Bethanien Ducherow, Bugenhagen-Werkstatt, Gewerbering 1, 17398 Ducherow, Tel: 039726 88250. Internet: www.bethanien-ducherow.de

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