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Kirchen in MV beteiligen sich am weltweiten Klimastreik am 20. September

Läuten um fünf vor zwölf

Von Christine Senkbeil

Schülerproteste in Berlin. Zum Kampf um bessere Klimapolitik sind nun auch Erwachsene aufgerufen.
15.09.2019 ǀ Lassan/Hamburg.  Bewahrung der Schöpfung. Ein ureigenes kirchliches Thema, findet Pastor Jens Haverland. Er entwickelte eine Andacht, die am 20. September in möglichst vielen Kirchengemeinden gehalten werden soll. Die Nordkirche lädt ein, am Klimastreiktag mitzumachen.

Den Gemeindebrief gibt’s in Lassan jetzt auf recyceltem Papier. „Ein kleiner Schritt“, sagt Pastorin Anne Plagens. „Aber Gedanken über unsere Umwelt werden immer mehr Thema in unserer Kirchengemeinde. Da bewegt sich etwas.“

Wenn die Bewegung „Fridays for Future“ am 20. September zum globalen Klimastreik aufruft, macht auch die kleine vorpommersche Gemeinde mit. „Um fünf vor zwölf läuten unsere Glocken“, sagt die Pastorin. „Ich finde, diese fünf Minuten zeigen sehr plastisch, wie wenig Zeit uns allen eigentlich noch bleibt, um die Klimaerwärmung aufzuhalten.“

In ganz Deutschland sollen zu dieser symbolischen Zeit Kirchenglocken läuten. Andachten in Dorf- oder Stadtkirchen sind auch in Mecklenburg-Vorpommern angekündigt, so etwa in Bergen auf Rügen oder in Rostock. Und die Landessynodalen in Lübeck wollen um fünf vor zwölf auf ihrer Tagung innehalten.

Die Nordkirche unterstützt die Ziele der Klimaschutzbewegung, die durch die 16-jährige Greta Thunberg ausgelöst wurde. „Die Bewahrung der Schöpfung ist ja ein ureigenes kirchliches Thema“, sagt Pastor Jens Haverland von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). Greta mache deutlich, wie durch Vernetzung kleine lokale Aktionen Gewicht erhalten könnten. „Wir müssen unseren Kurs ändern“, ist er überzeugt. Für Mittagsandachten am Streiktag hat er mit der Ökumenischen Arbeitsstelle eine Andacht entwickelt, die von jedem Gemeindeglied verlesen werden kann. Auf www.kirchen-fuer-klimagerechtigkeit.de findet sich außerdem eine Ideensammlung, welche Aktionen Kirchen deutschlandweit für den 20. planen.

Die dort versammelten Gemeinden sind Mitglieder im Ökumenischen Netzwerk Klimagerechtigkeit. Seinen Sitz hat es im Hamburger Zentrum für Mission und Ökumene (ZMÖ) der Nordkirche. 21 katholische Bistümer, evangelische Kirchen, Organisationen sowie Entwicklungshelfer machen mit. Im April hatte das Netzwerk den Aufruf „Churches for Future“ gestartet – in Solidarität zu „Fridays for Future“. Wer unterzeichnet, erklärt sich bereit, sein Engagement für Klimagerechtigkeit im persönlichen, kirchlichen und gesellschaftlichen Leben zu verstärken. Landesbischöfin Kühnbaum- Schmidt hat den Aufruf für die Nordkirche unterzeichnet. Die Nordkirchen-Synodalen werden auf ihrer Tagung um fünf vor zwölf ebenfalls innehalten.

Für den 20. September gab Umweltpastor Jan Christensen mit dem ZMÖ einen Aufruf an alle Kirchengemeinden heraus, gemeinsam die Glocken zu läuten, zu beten, zu demonstrieren. „Setzen Sie ein Zeichen für mehr Klimaschutz und Klimagerechtigkeit!“, so der Ruf.

Für den Mecklenburger Kirchenkreis regte der Rostocker Propst Wulf Schünemann die Kirchengemeinden an, sich zu beteiligen. „Neben einer Teilnahme an der Demonstration in Rostock sind auch andere Aktionen denkbar“, so der Propst. So wird es um 20 Uhr ein Benefiz-Konzert für ein Regenwasser-Auffangprojekt in Kenia geben, in einer leerstehenden Kaufhalle am Sternplatz in Toitenwinkel. Aus Solidarität.
Quelle: Mecklenburgische und Pommersche Kirchenzeitung Nr. 37/2019

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