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Bericht von der neunten Sitzung des Jahres 2020

Pommerscher Kirchenkreisrat: Handlungsspielraum wird ausgelotet

24.09.2020 ǀ Greifswald.  Gesprächsprozess über Zukunft der Außenstelle des Landeskirchlichen Archivs in Greifswald startet / Zuschuss für Martin-Luther-King-Musical / Arbeit mit Frauen stärken / Mittel für diakonische Arbeit

Der Kirchenkreisrat (KKR) des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises (PEK) hat sich in seiner jüngsten Sitzung, die aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie mit dem gebotenen Mindestabstand und unter Einhaltung besonderer Hygieneregeln im großen Saal des Lutherhofs in Greifswald stattfand, erneut mit der Thematik der Greifswalder Außenstelle des Landeskirchlichen Archivs der Nordkirche beschäftigt. Anlass dafür war, dass Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt als Reaktion auf das sachliche und zielorientierte Anschreiben des pommerschen KKR an die Kirchenleitung umgehend Gesprächsbereitschaft signalisiert hatte. Demnach ist nun zeitnah eine Expertenrunde geplant, an der neben der Landesbischöfin und weiteren Mitgliedern der Kirchenleitung unter anderem auch der Vorsitzende des pommerschen Kirchenkreisrats, Propst Gerd Panknin, und der Leiter des Greifswalder Regionalzentrums, Pastor Matthias Bartels, als Vertretende des PEK teilnehmen werden.
 
Chance für ein Pilotprojekt
 
Der Kirchenkreisrat formulierte mehrere Fragestellungen für die Gesprächsrunde. Dazu zählten die Frage nach der Konkretisierung des Begriffs „Außenstelle“ sowie die Frage nach der Gestaltung der dauerhaften personellen Begleitung dieser Außenstelle. Zudem schlug der Kirchenkreisrat vor, die Möglichkeiten einer umfassenden Digitalisierung zu prüfen, ein Vorhaben, in dem das Gremium die Chance zu einem beispielhaften Pilotprojekt sieht. „Die Thematik der Zukunft des landeskirchlichen Archivguts in Greifswald wird mit Sicherheit auch in die an diesem Wochenende stattfindende Landessynode getragen“, sagte Propst Gerd Panknin. „Dabei wird ganz deutlich werden, wie stark dieses Thema viele Menschen in Vorpommern und im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis bewegt. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt hat sich schon viel getan, eine breite Kommunikation wurde angestoßen und wir haben die berechtigte Hoffnung, dass es Gestaltungsspielraum gibt, der in dem anstehenden Gespräch ausgelotet wird.“ Der Kirchenkreisrat begrüßte den angelaufenen Gesprächsprozess mit der Kirchenleitung und der Landesbischöfin und fasste den Beschluss, ein Arbeitspapier in die Beratung einzubringen, in dem die Anliegen, Vorschläge und offenen Fragen seitens des Kirchenkreises formuliert sind.
 
Zuschuss für verschobenes Martin-Luther-King-Musical
 
In einem weiteren Beschluss hielt der Kirchenkreisrat trotz der angespannten Finanzlage an seiner Unterstützung für die Aufführung des Martin-Luther-King-Musicals in Rostock in Höhe von 10.000 Euro fest und entschied, die schon für das Haushaltsjahr 2021 beschlossene Summe neu im Kirchenkreishaushalt für das Jahr 2022 zu planen. Das Musical unter dem Titel „Martin Luther King – Ein Traum veränderte die Welt“ wird in der Rostocker Stadthalle aufgeführt. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Aufführung, die ursprünglich für März 2021 geplant war, auf den 2. April 2022 verschoben. Es handelt sich um ein Projekt der „Creativen Kirche“ aus Westfalen, dessen Ziel es unter anderem ist, neben Christinnen und Christen auch kirchlich nicht gebundene Menschen als Chorsängerinnen und Chorsänger sowie als Publikum zu begeistern. Chöre, Solistinnen und Solisten aus beiden Kirchenkreisen und ganz Mecklenburg-Vorpommern studieren die Songs selbstständig ein und nehmen an einem Probenwochenende teil. Eine gemeinsame Generalprobe mit den professionellen Musicaldarstellenden und der Big Band schließt die Vorbereitung ab. Der mecklenburgische Kirchenkreis unterstützt das Musicalprojekt ebenfalls. Das Musical sei eine hervorragende Möglichkeit, die Kirchenmusik der beiden Kirchenkreise in MV zu präsentieren und eine breite Öffentlichkeit zu erreichen, darum werde daran festgehalten, hieß es zu dem Beschluss aus dem pommerschen Kirchenkreisrat. „Das Musical hat schon jetzt eine große Strahlkraft entwickelt“, sagte Propst Gerd Panknin. „Die Vorbereitungen sind bereits in großer Breite beispielsweise an Schulen angelaufen, es fanden Proben statt, die zwar durch die Pandemie ausgebremst wurden, aber unter Einhaltung der jeweiligen Vorgaben kontinuierlich weiterlaufen werden.“
 
Arbeit mit Frauen stärken
 
Der KKR fasste den einstimmigen Beschluss, der Kirchenkreissynode zu empfehlen, darüber zu entscheiden, die Projektstelle für die Arbeit mit Frauen im Sprengel Mecklenburg und Pommern befristet auf sechs Jahre vom 1. August 2021 bis zum 31. Juli 2027 zu verlängern und von einer halben Stelle auf insgesamt 100 Prozent zu erweitern. Die Finanzierung soll dabei jeweils hälftig von den beiden Kirchenkreisen im Sprengel getragen werden. Die bisherige Projektstelle in Höhe von 50 Prozent, die 2015 eingerichtet wurde, endet am 31. Juli 2021. Im zurückliegenden Projektzeitraum sei deutlich geworden, dass die Arbeit als Referentin für die Arbeit mit Frauen im gesamten Sprengel Mecklenburg und Pommern mit einer halben Stelle nicht ausreichend geleistet werden könne, so die Beschlussvorlage.
 
Mittelvergabe für diakonische Arbeit empfohlen
 
Der Kirchenkreisrat beschloss, den Empfehlungen des Diakonieausschusses folgend sowie vorbehaltlich der Zustimmung der Kirchenkreissynode, die Verteilung der kirchenkreislichen Mittel für die diakonische Arbeit im Jahr 2021. Zudem empfahl der Kirchenkreisrat der Synode, ebenso wie für 2020 auch für das kommende Jahr 150.000 Euro im Haushalt dafür vorzusehen. Die Schwerpunkte sollen dabei auf der Arbeit der Beratungsstellen für Ehe und Familie, auf der Arbeit mit behinderten Menschen sowie auf der Arbeit mit Geflüchteten liegen. Die Unterstützung durch den Kirchenkreis sei durch die Corona-Pandemie noch dringlicher geworden, heißt es in der Empfehlung des Diakonieausschusses. Zu den Aufgabenbereichen, die von den Mitteln gestützt werden können, gehören zudem unter anderem die Tafelarbeit, die Jugendsozialarbeit und die Stadtteilarbeit in sozialen Brennpunkten.
 
Außerdem befasste sich der KKR während der Sitzung unter anderem mit geplanten Bau- und Sanierungsvorhaben sowie mit zahlreichen Personalfragen.
Die nächste Sitzung des Kirchenkreisrats findet am 13. Oktober 2020 statt.
Quelle: PEK (sk)

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