Nach oben

Friedensglocke in Crivitz eingeweiht

Bischof Jeremias: "Die Glocke soll erklingen für Frieden, Verständigung und Versöhnung“

Das Wort „Frieden“ wird in verschiedenen Sprachen auf die Crivitzer Friedensglocke projiziert
08.08.2020 ǀ Crivitz.  Ein „deutliches Zeichen für Frieden und Abrüstung“ nennt Bischof Tilman Jeremias die Crivitzer Friedensglocke. Bevor sie heute Vormittag auf dem historischen Burgplatz der Halbinsel im Crivitzer See zum ersten Mal erklang, sprach der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche ein geistliches Wort und einen Segen. Bei der Veranstaltung wurde auch eine Gedenktafel für die friedliche Revolution in Crivitz enthüllt. Ein Grußwort der Landesregierung überbrachte Justizministerin Katy Hoffmeister, ebenso sprach Jochen Schmidt, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung.

Bischof Jeremias sagte: “Die Crivitzer Friedensglocke soll erklingen für Frieden, Verständigung und Versöhnung. Wir verneigen uns am heutigen Tag vor den Opfern von Hiroshima und Nagasaki, die 1945 ihr Leben lassen mussten, verstümmelt und verstrahlt wurden mit Folgen bis heute. Wir verbinden uns mit allen Menschen weltweit, die sich für friedliche Konfliktlösungen einsetzen, für Abrüstung und Ächtung der Atomwaffen. Wir sind dankbar für 75 Jahre Frieden in unserem Land.“

Nachdem der Bischof einen Segen gesprochen hatte, wurde die Glocke nach asiatischem Vorbild mit einem Klöppel zwölf Mal angeschlagen. Die Klöppel stammen aus Kriegszeiten: 1942 wurden die drei Kirchenglocken der Crivitzer Stadtkirche zu Kriegszwecken eingeschmolzen, die Klöppel überdauerten im Glockenturm. Zum 75. Jahrestag des Abwurfs der Atombomben auf Hiroshima am 6. August und Nagasaki am 9. August erklang damit zum ersten Mal in Mecklenburg-Vorpommern eine freistehende Friedensglocke nach dem Vorbild im Friedensgedenkpark von Hiroshima.

Die stählerne Glocke hängt in einem Pavillon, in dessen Wände das Wort „Frieden“ in zwölf Sprachen eingebrannt ist. Bei schönem Wetter leuchten die Schriftzüge auf der Friedensglocke. „Das ist, als schreibe der Himmel das Wort Frieden für alle Menschen auf unsere Friedensglocke“, sagt Helmuth Schröder. Seit Jahrzehnten schon engagiert sich der 68-Jährige für die Kirche – im Kirchgemeinderat, in verschiedenen Synoden, unter anderem der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands VELKD, und aktuell als stellvertretender Vorstand des Zentrums Mission und Ökumene der Nordkirche.

Idee stammt aus Neuseelandurlaub

Die Idee einer Friedensglocke hat er aus einem Neuseelandurlaub mit nach Crivitz gebracht. Möglich wurde die Errichtung auf der Crivitzer Halbinsel durch enormes ehrenamtliches Engagement: „Der Crivitzer Architekt Frank Albers hat für uns umsonst einen Bauplan entworfen, dann haben wir rund 25.000 Euro an Spenden gesammelt. Den Pavillon mit der Glockenkonstruktion haben wir komplett in Eigenleistung aufgebaut“, erzählt er.

Auch die Errichtung der Tafel zur Erinnerung an die friedliche Revolution in Crivitz verdankt sich der Initiative von Helmuth Schröder. Vor 30 Jahren war er selbst daran beteiligt. Bischof Jeremias sagte: „Der Herbst 1989 ist uns ein Vermächtnis, an das uns die Tafel erinnern soll. Der Ruf „Keine Gewalt!‘ wurde gehört. Der fundamentale Wandel geschah durch Kerzen und Gebete, durch friedliche Aktion und Demonstration. Gerade in der Gewaltlosigkeit lag die Kraft der Menschen, die 1989 in die Kirchen und auf die Straßen strömten.“

Zum Abschluss seiner Rede sprach der Bischof einen Segen: „Möge Gott schenken, dass der Klang dieser Glocke Menschen zum inneren und äußeren Frieden führt! Möge er all denjenigen Menschen Kraft und Durchhaltevermögen geben, die sich für Frieden und Versöhnung engagieren! Möge er uns den Frieden bewahren und all denjenigen Frieden schenken, die unter Krieg, Verfolgung und Gewalt leiden.“

Bereits seit 2009 ist die Stadt Crivitz Mitglied bei „Mayors for Peace“ (deutsch: Bürgermeister für den Frieden), einem weltweiten Bündnis, das sich der Friedensarbeit und insbesondere der Ächtung von Atomwaffen verschrieben hat.
Quelle: Bischofskanzlei Greifswald (ak)

Diese Website verwendet Cookies und die Webanalyse-Tools Matomo und Google Analytics. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden.Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es auf der Seite Datenschutz.