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Arbeit mit Frauen in den Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern

Andacht


September 2020

Ihr seid das Licht der Welt (Mt.5,14)

In 2020 ist für den Frauensonntag der Bibeltext in der Bergpredigt bei Matth. 5, 14-16 vorgesehen. Dort steht geschrieben: Ihr seid das Licht der Welt (Mt.5,14). Ein Freund, inzwischen Pastor i.R., bemerkte dazu:  „Was für eine Zumutung Gottes an uns! Er mutet uns zu - die wir uns manchmal nur für blakende Tranfunzeln halten - Weltlichter zu sein. Was für ein Vertrauen Gottes in uns. ..“.
Mich hatte das Wörtchen >Licht< im Vers zunächst auf andere Gedanken gebracht. Denn im Materialheft zum Frauensonntag ist diesmal eine Künstlerin beschrieben, die mit dem Verspannen vieler tausend von Metern feiner weißer Fäden das wandernde Sonnenlicht  im Raum, im Kirchenraum, reflektiert. Hauptakteur ihrer Installationen ist das Licht, das wird anschaulich.

Licht und Kirchenräume gehören zusammen.  Jeder Kirchenraum hat eine eigene Lichtsprache.
Licht im Kirchenraum veranlasst zu Reflexionen über Licht: Wie wirkt Licht? optisch und theologisch?
Die optische Seite hat Kai Kupferschmidt in seinem Bändchen über die Farbe Blau erläutert . Ich gebe seine Ergebnisse mit weiteren Überlegungen nachstehend weiter:

-    Ohne Licht entsteht kein Sauerstoff – kein Leben ohne Licht.
-    Licht ist spürbar.
-    Licht, Lichtstrahlen können sich gegenseitig nicht behindern, sondern höchstens so überblenden, dass sie eine noch stärkere Leuchtkraft entwickeln.
-    Licht kann blenden – direktes Sonnenlicht lässt uns blinzeln.
-    Sonnenlicht braucht 8 Minuten für den Weg zur Erde.
-    Die aufgehende Sonne – sol oriens - ist der Ursprung vom lateinischen Wort >Orient<, abgeleitet davon ist das Wort Orientierung.
-    Licht ist in steter Bewegung und in permanenter Veränderung gebunden an die jeweiligen Wetterverhältnisse und Tageszeiten.
-    Licht wirft Schatten – wir erkennen Licht nur als Reflektion, als Brechung, als ein Durchscheinen durch Materie, als Schatten. Der Schatten selbst hat keine Substanz. Er ist Licht.
-    An der Größe des Schattens kann die Tageszeit abgelesen werden.
-    Der Schatten bietet Schutz, davon ist im Psalm  91 ( 1.2.4) die Rede: „…. im Schatten sich bergen…“
-    Wenn das Licht geht, folgt die Dämmerung, wenn wir Glück haben, die blaue Stunde. Sie ist die Zeit der Dämmerung, eine Zwischenzeit. Das direkte Sonnenlicht ist entwichen, es bleibt die Blaufärbung des Himmels. Die Wolken verfärben sich rosa, der Himmel ist tiefblau, die Vögel zwitschern ihre letzten Töne. Es ist die Stunde des Träumens, der Freiheit – eine Stunde, die zu erleben, uns in diesem Sommer oft vergönnt war.

Die Ergebnisse und Überlegungen über Licht setzen viele Gedanken in Bewegung. In meinen Auseinandersetzungen mit künstlerischen Fragestellungen spielt Licht eine wesentliche Rolle. Bewege ich mich im Kirchenraum, so wandert mein Blick in die verschiedenen Lichtsphären. Ich kann mich freuen, wenn ein Sonnenstrahl in einer Wandmalerei Details hervorhebt, die mir bisher entgangen sind.
Der Freund hat die biblischen Lichtworte so ausgelegt: Gott mache uns in den genannten Worten der Bergpredigt Mut, er sage, es gehe mehr von uns aus, als wir vermuten, als wir uns selbst zutrauen. Und so legt er die Bibelworte weiter aus: „Ich, Gott, mache es in euch hell durch meine Nähe, durch mein Wort, durch meinen Geist. Ihr seid das Licht der Welt; der kleinen in euch und der größeren um euch. Das ist Zumutung und Mut dazu zugleich. Glaubt es, nehmt es an, macht was daraus. Seid Kerzen, an denen andere ihr Licht entzünden. Dann wird es heller, wärmer und fröhlicher.“

Gott sagt: Lasst euer Licht leuchten. Er stellt uns in eine Lichtsphäre. Nehmen wir sie an.


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