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Wege protestantischer Kirchraumgestaltung

Evangelisch-Lutherische Kirche St. Paul Schwerin

 
Das bedeutendste Werk des Kirchenbaumeisters Theodor Krüger (1818-1885) steht geradezu antithetisch den anderen hier vorgestellten, „gewachsenen“ Bauten gegenüber: Wie „aus einem Guss“ sind hier Architektur, Ausstattung und theologisch- liturgische Aussage geschaffen. Für das Baukonzept, das die hochgotische Formensprache als christliches Ideal definierte, war der spätere mecklenburgische Oberkirchenratspräsident Theodor Kliefoth (1810-1895) verantwortlich. Als Vertreter des Neuluthertums hatte Kliefoth im Jahr 1861 auch das „Eisenacher Regulativ“ maßgeblich mitbestimmt. Neben der „Stilreinheit“ war es besonders die klare Trennung von Kanzel und Altar, die das Spannungsverhältnis von Wort und Sakrament verdeutlichen sollte. Bereits 1863-1869 errichtet, ging die Paulskirche dem preußischen Kirchenbauboom am Ende des Jahrhunderts voran.