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Wege protestantischer Kirchraumgestaltung

Evangelische Kirche St. Andreas zu Nehringen

 
Die Erhebung der mittelalterlichen St. Andreaskapelle zur Pfarrkirche im Jahre 1498 war die Folge eines Streits zweier Adelsfamilien, die sich jeweils zu ihren Gunsten von der gemeinsamen Pfarrkirche in Dorow lösten. Während der Neubau in Deyelsdorf (1601- 1606) im Inneren die lutherische Emporengliederung der Torgauer Schlosskapelle aufgreift, zeugen vom ursprünglichen Neubau der Nehringer Kirche sichtbar nur noch die Rahmung des Turmportals sowie dessen massiver Granitquadersockel, der an die Bristower Kirche erinnert. Der wie in Deyelsdorf einst gerade Chorabschluss wurde im Zuge des barocken Umbaus (1721-1726) unter dem schwedisch-pommerschen Generalgouverneur Johann August v. Meyerfeld (1664-1749) erweitert und mit dem Anspruch einer Hofkirche hochwertig ausgestattet. Erst bei genauerem Hinsehen entpuppt sich der in das girlanden- und drapierungsverzierte Ensemble eingepasste Renaissancealtar mit seinen auf italienische Vorbilder verweisenden qualitätsvollen Alabasterreliefs als Werk des ausgehenden 16. Jahrhundert.