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Wege protestantischer Kirchraumgestaltung

Evangelisch-Lutherischer Dom zu Güstrow

 
Mit der Aufhebung des Kollegiatstifts verlor der mittelalterliche Bau 1552 zunächst seine Funktion. Auf Betreiben seiner Gemahlin Elisabeth von Dänemark wurde unter Herzog Ulrich der Dom von 1565 - 1568 zur Hof- und Gedächtniskirche für das Haus Mecklenburg - Güstrow ausgebaut. Mit den seit 1575 entstandenen Monumenten für seinen Vorfahren, den 1226 verstorbenen Gründer Güstrows, Heinrich Borwin II., sowie für sich und seine nächsten Familienangehörigen beauftragte er u. a. den Niederländer Philipp Brandin, der hier Kunstwerke von europäischem Rang schuf. Sie fügen sich mit den Renaissanceformen an Kanzel und Taufe zu einer bis heute erfahrbaren reformatorisch geprägten Raumausstattung, in der sich lutherisches Bekenntnis, humanistischer Bildungsanspruch und künstlerische Kompetenz in besonderer Weise verbinden.