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Wege protestantischer Kirchraumgestaltung

Evangelische Kirche Gnevkow

 
Die kleine Dorfkirche beherbergt neben spätmittelalterlicher Wandmalerei mit ihrem Kanzelaltar ein außergewöhnliches Ausstattungsobjekt. Er setzt sich aus Teilen eines spätgotischen Retabels sowie einer um 1600 gefertigten Kanzel zusammen. Beides hatte noch bis 1757 nebeneinander in der benachbarten Kirche von Hohenmocker seinen Platz gefunden. Dem dort neu gefertigten barocken Kanzelaltar sollte der in Gnevkow nahekommen, indem die Kanzel mit den Seitenflügeln des Retabels und den darin enthaltenen Heiligenfiguren kombiniert wurde. Aus dem einstigen Mittelteil des Schnitzwerkes entnahm man neben zwei knienden Stifterfiguren auch die zentrale Mariendarstellung. Eine zweite Marienfigur unbekannter Herkunft wurde ihr aus Gründen der Symmetrie gegenübergestellt. Dies zeigt, dass jetzt nicht mehr ihre besondere Verehrung, sondern vorrangig der ästhetische Wert im Mittelpunkt stand.