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Wege protestantischer Kirchraumgestaltung

Evangelische Kirche St. Magarethen Glewitz

 
Mit dem Diskurs von Bewahrung und Neugestaltung zeichnet die Pfarrkirche St. Margarethen in Glewitz ein durchaus charakteristisches Bild der gewachsenen nachreformatorischen Nutzung eines mittelalterlichen Baus infolge der neuen liturgischen Anforderungen. Das heute durch festes Gestühl, eine Südempore sowie die frühklassizistische Kanzel (1786) dominierte Kirchenschiff war um 1370/80 mit ikonographisch bedeutsamen Wandmalereien versehen worden, die sich im hochgotischen Chor (Ende 13. Jh.) fortsetzte. Vermutlich bereits kurz nach der Reformation wurden sie jedoch einheitlich übermalt und erst in den 1990er-Jahren wiederentdeckt. Das wohl aus Böhmen stammende ursprüngliche Altarretabel (um 1400) blieb jedoch vermutlich noch bis ins 19. Jh. an seinem Platz, bevor es durch den neogotischen Aufbau (1869) ersetzt wurde. In jener Zeit hatte bereits der evangelische Beichtstuhl (1683) seine liturgische Funktion verloren und wird, wie häufig auch andernorts, heute nur noch wie ein Patronatsgestühl wahrgenommen.