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Wege protestantischer Kirchraumgestaltung

Evangelisch-Lutherische Kirche Bristow

 
Mit der Dorfkirche ist das älteste nachreformatorische Gesamtkunstwerk Mecklenburgs erhalten. Von Werner v. Hahn (1515-1593) in den 1590er- Jahren gestiftet und von seinem Sohn Hans (1558- 1633) zu einem repräsentativen Granit- und Backsteinbau erweitert, vereint die Kirche mittelalterliche Traditionen mit zeitgenössischen Formen. Im Inneren wird, ähnlich wie in Basedow und Kittendorf, der Altaraufbau (um 1600) zu einer raumfüllenden Schaufassade ausgedehnt. Die plastische architektonische Rahmung, die die kreative Neuinterpretation antiker Vorbilder verdeutlicht, fasst Szenen der Vita Christi ein, deren ursprüngliche Farbfassung befundgetreu restauriert werden konnte. Als augenzwinkerndes Detail ist die bekrönende Himmelfahrtsdarstellung zu sehen, bei der lediglich die Füße des Auferstandenen noch aus dem Gewölbe ragen. Von vergleichbarer Qualität sind Kanzel und Orgelempore (1601), wobei an letztgenannter die Personifikationen der Sieben freien Künste den Bildungstand des Stifters unterstreichen sollen.


Veranstaltung
Samstag, 18. März 2017, 19:00 Uhr
Kirche Bristow
Reformationsschauspiel „Die Nacht zu Worms“
Kaiser Karl V. durchlebt die einsamsten Stunden seines Lebens. Ein kleiner Mönch hat es gewagt, ihm auf dem Reichstag entgegenzutreten, hat ihm die Grenzen seiner Macht und die Vergänglichkeit des Reiches aufgezeigt, ohne Schwert und ohne Armee. „Die Nacht zu Worms“ stellt die Frage, ob dieser Ansatz nicht auch heute Gültigkeit besitzt, wo Kirche, Gesellschaft und Politik sich mit Antworten schwer tun. Die Lösung, die Karl findet, ist unbequem. Sie erfordert nicht weniger als eine Reformation.